Einzigartige Flora und Fauna
Der Buntsandstein sowie Muschelkalk und Kreide stellen einen einmaligen Besiedlungsgrund für eine einzigartige Flora und Fauna dar. Aufgrund der extremen Lage Helgolands haben sich hier Pflanzen und Tiere angesiedelt, die als Gesamtheit in der südöstlichen Nordsee einmalig sind. Als Besonderheit kommen hier einige einheimische Wildformen unserer Kulturpflanzen vor. Die wilde Rübe ist z.B. Ahne unserer heutigen Zuckerrübe, der Runkelrübe, der Roten Beete und des Mangolds. Der Klippenkohl ist Vorfahr vieler Kohlsorten.
Ein ganz besonderes Ereignis gibt es am Nordstrand der Düne zu sehen. Hier befindet sich ein Ruheplatz für Seehunde und Kegelrobben, die man aus respektvoller Entfernung beobachten kann. Außerdem brüten hier Watvögel und Möwen.
Brütende Seevögel

Vor allem im Frühjahr und im Herbst ist Helgoland Rastplatz für Zigtausende von Zugvögeln. Sie werden von den Mitarbeitern der "Vogelwarte Helgoland" abgefangen, beringt, vermessen, gewogen und auf die Weiterreise geschickt. Auf Deutschlands einzigem Vogelfelsen, dem Helgoländer Lummenfelsen, lassen sich jedes Jahr von April bis September Verhalten und Brutbiologie einer Seevogelkolonie mit mehr als 5.000 Vogelpaaren beobachten.
Der Baßtölpel ist der größte Seevogel des Nordatlantiks. Man erkennt ihn an den schwarzen Flügelspitzen und dem rahmgelben Kopf. Er verbaut u.a. Kunststoffreste und Plastikschnüre als Nestmaterial. Die klippenbrütenden Seevögel lassen sich in der Brutzeit von März bis August gut vom Klippenrandweg aus beobachten.
Die Trottellumme ist der Charaktervogel Helgolands. Gut 2000 Trottellummen-Paare brüten auf Helgoland, die meisten auf dem Lummenfelsen. Ab Mitte April besetzen die Lummen ihre angestammten Brutplätze auf dem Felsen. Die Jungen werden 20 bis 25 Tage lang von ihren Eltern mit Kleinfischen gefüttert. Noch im Daunenkleid und flugunfähig verlassen sie mit einem Sprung in die Tiefe den Felsen und landen im Wasser. Dieser "Lummensprung", der in der Abenddämmerung von Anfang Juni bis Juli beobachtet werden kann, ist ein atemberaubendes Naturschauspiel.
Die Dreizehenmöwe baut auf kleinen Felsvorsprüngen Nester aus Tang, Algen und Grashalmen. Die Jungvögel bleiben bis Ende August auf den engen Nistplätzen. Im September verlassen sie die Insel, um auf dem Nordatlantik zu überwintern.
Der Tordalk ähnelt im Aussehen und in der Lebensweise der Lumme. Sein schwarzes Gefieder ist jedoch glänzender und sein breiter von weißen Binden und Wülsten durchzogener Schnabel wirkt klobiger. Brutpaare gibt es seit jeher nur in geringer Anzahl auf Helgoland.
Der Eissturmvogel ist seit 1972 auf Helgoland heimisch. Er ist ein naher Verwandter der Albatrosse. Vom Klippenwanderweg aus lassen sich Altvögel und Jungenaufzucht gut beobachten.
Nationaler Geotop

Die rote Felseninsel Helgoland als "geologischer Aufschluss im Meer" ist ein Wahrzeichen Deutschlands.
Im Mai 2006 wurde Helgoland von der Akademie für Geowissenschaften zu Hannover und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung als einer von 77 bedeutenden Geotopen Deutschlands ausgezeichnet.
planeterde

Als Dokumente der Erd - u. Lebensgeschichte sind Geotope von hohem Wert, insbesondere, wenn sie - wie auf Helgoland - durch Tourismus einer breiten Öffentlichkeit näher gebracht werden. Zusätzlich verlieh das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Logo "planeterde - Welt der Geowissenschaften"
Vogelkiek auf Helgoland

Auf dem Roten Felsen gibt es
mehr als 400 Vogelarten
VON HELMUT HEIGERT
Ein kräftiger Südwestwind bläst die Brandung an den roten Felsen. Die Luft im
Nachthimmel über Helgoland ist voller Vogelstimmen. Im Lichtschein des Leuchtturms sind Hunderte Vögel zu sehen. Allerdings trüben feineRegentropfen den Blick durch das Fernglas. „Wenn das Wetter schlechter wird, nutzen viele Zugvögel die Insel als Notlandeplatz“, sagte Ommo Hüppop, Leiter der Vogelwarte Helgoland.
Nicht nur Zugvögel landen im Frühjahr und Herbst auf Deutschlands einziger
Hochseeinsel mitten in der Nordsee. Auch Vogelfreunde kommen zum Vogelkiek auf den Roten Felsen. Denn die Lage der Insel 50 Kilometer von der Küste entfernt bietet in Deutschland einzigartige Bedingungen zur Vogelbeobachtung. Rund 400 Vogelarten sind auf Helgoland schon beobachtet worden - „mehr als irgendwo sonst in Mitteleuropa“, fügt Hüppop hinzu.
Der Vogelzug
Nach Angaben des Wissenschaftlers hängt der Vogelzug vom Wetter ab. Im Frühjahr nutzen die Vögel Winde aus südwestlichen Richtungen, um von Afrika über die iberische Halbinsel bis zu ihren Brutplätzen nach Skandinavien und Sibirien zu fliegen. Im Herbst bieten Rückenwinde aus Nordost ideale Flugbedingungen. Normalerweise überqueren die Zugvögel nachts nonstop die Deutsche Bucht. Doch tritt während der Zugzeit plötzlich Nebel oder Nieselregen auf, legen vor allem geschwächte Vögel auf dem Eiland eine Zwischenlandung ein. An manchen Tagen rasten Tausende Amseln, Rotkehlchen, Heckenbraunellen und Mönchsgrasmücke auf der Insel. „Allein im Fanggarten unserer Vogelwarte können dann mehrere Tausend Drosseln Zuflucht suchen“, sagt Biologe Felix Jachmann.
Bis zu 25.000 Vögel werden jährlich in dem 1911 angelegten Fanggarten der
Vogelwarte wissenschaftlich untersucht und mit Erkennungsringen versehen.
Insgesamt wurden schon mehr als 600.000 Vögel aus 200 Arten auf Helgoland beringt. Denn auf dem Roten Felsen machen nicht nur Zugvögel Station, sondern zahlreiche Küstenvögel brüten auch auf der Insel.
Invasion der Seevögel
Vor allem im Frühjahr ist auf dem Lummenfelsen die Hölle los. In dem kleinsten
Naturschutzgebiet Deutschlands halten sich zur Brutzeit mehr als 30.000 Seevögel auf.
Hauptattraktionen für die Vogelfreunde sind außer den Trottellummen und
unterschiedlichen Möwenarten die Basstölpel. Seit 1980 erstmals wieder Tölpel auf der Hochseeinsel auftauchten, ist die Zahl auf rund 40 Brutpaare angestiegen. Die großen weißen Vögel sind auch für Naturfotografen ein beliebtes Motiv. Jachmann: „An manchen Tagen tummeln sich am Lummenfelsen mehr Fotografen als am Rande eines Bundesligaspiels.“
Der Artikel stammt aus dem Magazin "Land & Meer" , dem Magazin für den Aktivurlaub an der Küste. Viele weitere interessante Beiträge finden Sie unter » www.landundmeer.de.
Infokasten - Vogelbeobachtungen
Der Vogelzug ist auf Helgoland am besten von Ende April bis Anfang Juni und im
September und Oktober zu beobachten.
Während der „Lummentage“ im Juni informieren Mitarbeiter der Vogelwarte direkt am Felsen über die brütenden Vögel. Außerdem bieten Mitglieder des Vereins Jordsand Führungen zum Lummenfelsen und über die Nachbarinsel Düne an.
Ein weiterer Höhepunkt sind die Helgoländer Vogeltage im Herbst. Im Rahmen eines wissenschaftlichen Wettkampf namens „Bird Race“ versuchen Teams aus Laien und Experten, möglichst viele Vogelarten vor ihre Ferngläser zu bekommen. Alle besonderen Zugvögel werden registriert und auf der Homepage der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Helgoland » www.oag-helgoland.de ins Internet gestellt.
Außerdem bietet die Vogelwarte Helgoland Seminare und Führungen durch den
Fanggarten an, Tel.: 04725/640 20, » www.vogelwarte-helgoland.de.
Ein beliebter Treffpunkt für Vogelfreunde ist das Infozentrum Helgoland der Vereins Jordsand, Hummerbude 34–35, Tel.: 04725/77 87, » www.jordsand.de.
Und zu den Helgoländer » Lummentagen bietet die Helgoland-Touristik spezielle Arrangements an, Tel.: 0180-5643737 (0,14€/Min a.d.Netz d. T-Com, mobil max. 0,42€/Min.).
Nordseeaquarium
Einen Blick in die Unterwasserwelt bietet das Nordseeaquarium. Kleine Haie, Kabeljau, Plattfische, Krebse und viele kleine Meeresbewohner tummeln sich hier in 19 großen Becken.












