Natur

Berauschend wild und schön - ein Paradies für Naturliebhaber

Auf den ersten Blick wirkt der rote Buntsandsteinfelsen eher schroff und abweisend. Viel Natur vermutet man hier eher nicht. Doch weit gefehlt! Die Insel hat sogar zwei Naturschutzgebiete und wurde mehrfach ausgezeichnet.

2006 erhielt Helgoland von der Akademie der Geowissenschaften in Hannover das Prädikat “Nationaler Geotop”. 2012 wurde es von der Heinz Sielmann Stiftung mit großer Mehrheit zum schönsten Naturwunder Deutschlands gekürt. Und auch im Kleinen ist die Insel groß: Die Briefmarke 100 Jahre Vogelwarte Helgoland wurde 2011 sogar zur schönsten Briefmarke der Welt gewählt!

Helgolands Lummenfelsen gehört mit nur 1,1 Hektar zu den interessantesten und kleinsten Naturschutzgebieten der Welt. Das zweite, weitaus größere bleibt unsichtbar.

 

Der Helgoländer Felssockel ist mit einer Fläche von 5.138 Hektar zwar eines der größten Schleswig-Holsteins, bleibt aber unter den Nordseewellen verborgen.

Bis zu 48 Meter ist das Wasser hier tief.

Das Helgoländer Felswatt ist Teil dieses Felssockels und liegt unmittelbar vor den Klippen der Insel.

Bei Flut liegt das Felswatt unter Wassser, bei Ebbe fließt das Wasser ab und das Felswatt fällt trocken.

Für Biologen ist dies ein Paradies, denn viele der weit über Tausend im Felssockel anzutreffende Pflanzen- und Tierarten finden sich ausschließlich im Felswatt.

 

 

 

 

Diese einmaligen Voraussetzungen machen die Insel zu einem wichtigen Standort für die Meeresforschung.

Bereits 1892 wurde auf Helgoland die Biologische Anstalt (BAH) gegründet.

Die BAH gehört zur Stiftung Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung. Rund 80 Mitarbeitende befassen sich mit den Themen Meereszoologie, -mikrobiologie und -botanik sowie mit biologischer Ozeanographie.

 

 

 

Zu den Highlights der Naturschauspiele über Wasser gehört neben der Kegelrobbenkolonie auf der Düne zweifellos der Lummenflesen an den Westklippen der Insel.

Der Lummenfelsen ist Deutschlands einziger Vogelfelsen und bei Mensch und Tier gleichermaßen beliebt.

Die rund 10.000 Vogelpaare auf den Klippen zu beobachten, ist wirklich einmalig. Das spektakulärste Schauspiel bietet sich den Gästen im Juni: Dann werden die jungen Trotellummen mit ihren kleinen Stummelflügeln flügge, stürzen sich beim Lummensprung waghalsig vom Felsen und landen dann doch sicher auf den Nordseewellen, wo sie von ihren Vogeleltern schon erwartet werden.

Am Lummenfelsen brüten überwiegend Trottellummen, Basstölpel, Dreizehenmöwen und Tordalke.

Das ganze Jahr über ist Helgoland ein Mekka für Vogelbeobachter von nah und fern. Schließlich ist die Insel der Ort mit der größten nachgewiesenen Zahl an Vogelarten in ganz Mitteleuropa.

An die 430 Arten wurden hier schon gezählt. Die Vogelforschung hat auf Helgoland eine lange Tradition.

Bereits 1910 wurde die Vogelwarte Helgoland gegründet. Die Forschungsschwerpunkte sind der Vogelzug und die Seevogelökologie.

Wer die Natur näher erkunden möchte, kann dies ganz bequem im Vorübergehen tun. Denn auf der Hauptinsel informieren 22 Stationen und auf der Düne nochmal 14 Stationen mit Tafeln und Pyramiden über Flora und Fauna der Insel.

Der Naturweg startet im Unterland an der Landungsbrücke, führt den Gast über den Osten des Oberlandes entlang bis zur Langen Anna und von dort an den Westklippen zurück.

Die 90 Minuten, die man dafür einplanen sollte, lohnen sich allemal! Dabei sind fast alle Naturschätze gut über die ausgeschilderten Wege zu erreichen. So kann die Natur ganz nah beobachtet werden, ohne sie zu stören.

Auf den ausgedehnten Grünflächen und an den steilen Klippen wachsen seltene Pflanzen wie der Meerfenchel oder der Klippenkohl, die Mutterpflanze aller gezüchteten Kohlsorten. In wilder Form wächst er in Deutschland nur auf Helgoland.

In den Blumenwiesen blühen im Frühjar und im Sommer Orchideen, Pfeilkresse, Huflattich und viele andere farbenfrohe Pflanzenarten.

Dann trifft man auch zahlreiche Schmetterlinge wie den Großen und den Kleinen Kohlweißling und das Taubenschwänzchen. Die Sanddorn-Gebüsche im Nord-Ost-Gelände tragen bis in den späten Herbst ihre leuchtenden Früchte.

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