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Robben auf Helgoland
Ein tierisches Naturschauspiel

Zwei verschiedene Arten von Robben gibt es auf Helgoland: Seehunde und Kegelrobben. Möchten Sie putzigen Robben einmal richtig nahe kommen? Bis auf 30 Meter dürfen Sie auf Helgoland an die Meeressäuger heran. An Menschen, gebührenden Abstand vorausgesetzt, sind die Robben und Seehunde auf der Nordseeinsel gewöhnt. Für Touristen und insbesondere Fotografen ist das ein einmaliger Anblick. Vor allem, wenn die Kegelrobben auf der vor Wind geschützten Düne ihre Jungen zur Welt bringen. Ein Naturschauspiel auf der Hochseeinsel.

Bitte beachten Sie

Um ein gemeinsames Miteinander auf der Düne zu ermöglichen, haben wir für Sie einige Hinweise und Regeln aufgestellt.

Diese können Sie >hier< finden.

Kegelrobbenwinter – die sensible Phase der Jungtiergeburten und der Paarung

Informieren Sie sich über die Geburtenzeit der Kegelrobben, einer der ereignisreichsten und faszinierendsten Jahreszeiten auf der Helgoländer Düne.

Für die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere und Ihre eigene Sicherheit beachten Sie bitte folgende Empfehlungen. (Anklicken zum Öffnen.)

 

Die Zeit zwischen November und Januar gehört zu den ereignisreichsten Monaten auf der Helgoländer Düne, ein für Kegelrobben sehr attraktives Gebiet, das nie komplett überspült wird. Durch ihr jugendliches „Wollfell“, das sogenannte Lanugo-Fell, sind junge Kegelrobben zwar schwimmfähig, können sich jedoch nicht lange über Wasser halten. Sie werden ca. zwei bis drei Wochen von den Muttertieren versorgt und sind dann auf sich alleine gestellt. Neben hunderten Geburten mit sensibler Aufzuchtphase der Jungtiere kann auch das Paarungsverhalten der Alttiere beobachtet werden. Die Robben (Alt- sowie Jungtiere) sind zu dieser Jahreszeit besonders sensibel und reizbar. An wenigen Tagen (vor allem bei Hochwasserlagen) können Teile der Strände von den Tieren so stark besetzt sein, dass kein verantwortungsvolles und gefahrloses Betreten einiger Bereiche möglich ist. Dafür haben wir unter anderem durch den Panoramaweg am Nordstrand attraktive Alternativen geschaffen, um die Tiere aus sicherer Distanz zu beobachten.

 

Für die erfolgreiche Aufzucht der Jungtiere und Ihre eigene Sicherheit beachten Sie bitte Folgendes:

 

  • Nehmen Sie, wenn möglich, ein Fernglas sowie eine Kamera mit, gute Aufnahmen mit dem Handy sind nur sehr eingeschränkt möglich
  • Informieren Sie sich bei den Rangern der Gemeinde und den (ehrenamtlichen) Mitarbeitern des Vereins Jordsands e.V. über die aktuelle Begehbarkeit der Strände und Wegeempfehlungen und beachten Sie die Durchsage auf der Dünenfähre
  • Halten Sie auf frei begehbaren Flächen unbedingt den empfohlenen Abstand von 30 Metern zu den Tieren ein
  • Jungtiere, die durch zu engen Kontakt mit dem Menschen geprägt werden, erschweren uns teilweise einen sicheren und unbeschwerten Badebetrieb im Sommer (siehe Flyer Robben Sommer)
  • Begeben Sie sich nicht in die Nähe von Bullenkämpfen, die Tiere können an Land etwa 20km/h schnell werden und sind aufgrund der Paarungszeit besonders aggressiv
  • Schneiden Sie den Tieren nicht den Zugang zum Wasser oder vom Wasser zum Land ab
  • Starke Störungen können die sensible Bindung zwischen Mutter und Jungtier nachhaltig stören was zu einer hohen Jungtiersterblichkeit im ersten Lebensjahr führen kann
  • Beachten Sie auch unser regelmäßiges Führungsangebot, welches Sie über die Gemeinde und den Verein Jordsand e.V. wahrnehmen können und welches Ihnen die einzigartige Natur und Lebensweise ihrer Bewohner näher bringt
  • Die zuständigen Mitarbeiter der Gemeinde (Ranger) sind im Bedarfsfall autorisiert, unverantwortliches Verhalten mit Platzverweisen zu ahnden

 

Besondere Hinweise für Naturfotografen

 

  • Wir freuen uns, wenn Sie sich als Gruppe bei der Gemeinde oder dem Verein Jordsand e.V. melden, damit wir Sie über die Möglichkeiten der verantwortungsvollen Fotografie auf der Düne während der Kegelrobbenwurfzeit informieren können
  • Achten Sie mit Ihrer Gruppe darauf, dass ein Mitglied der Gruppe immer auch das Umfeld und die Gegebenheiten im Blick hält (Alttiere sind im Winter besonders agil)
  • Schneiden Sie den Tieren nicht den Zugang zum Wasser oder vom Wasser zum Land ab
  • Bitte bringen Sie Verständnis dafür auf, dass Wildtiermotive nicht nur aus idealen Perspektiven einzufangen sind. Erzwingen Sie sich nicht diese Situation, da sich auch andere Gäste an diesem Verhalten orientieren werden.

 

Das größte Raubtier Deutschlands: Kegelrobben auf Helgoland

Die Königin unter den Robben: In Deutschland hat die Kegelrobbe einen besonderen Status. Denn sie ist Deutschlands größtes Raubtier. Nach einem Besuch auf Helgoland dürfen Sie mit Fug und Recht behaupten, die majestätische Robbe gar aus der Nähe begutachtet zu haben. Die Kegelrobbe gehört zur Familie der Hundsrobben. Verbreitet ist das Säugetier von Norwegen bis zur Ostküste Amerikas. Dabei hält sich die Robbe gerne in Küstennähe auf, ist allerdings auch fähig, weite Strecken zu schwimmen. Kegelrobben werden an Land bis zu 20 km/h schnell, im Wasser können sie sogar auf bis zu 40 km/h beschleunigen. Ihren Namen erhielt die Kegelrobbe aufgrund ihrer Zähne. Die sind kegelförmig und äußerst spitz. Bei der Jagd helfen den Robben die sogenannten Vibrissen. Mit den Barthaaren finden sich die Robben unter Wasser nämlich besser zurecht als mit ihren Augen. Die Lebenserwartung einer Robbe beträgt durchschnittlich 35 Jahre.

Putzig und in der Überzahl: Seehunde auf Helgoland

Seehunde gehören ebenfalls zur Familie der Hundsrobben und sind die kleinere der beiden in der Nordsee vorkommenden Robbenarten. Seehunde sind weiter verbreitet als Kegelrobben und auf der Nordhalbkugel sind der Atlantik und der Pazifik ihr Zuhause. Ausgewachsene Tiere fressen ausschließlich Fische, etwa Sardinen, Heringe, Lachse und Dorsche. Im Wattenmeer gehören hauptsächlich Plattfische und Grundeln auf den Speiseplan. Bis zu drei Tage gehen sie dafür auf die Jagd und schwimmen dazu dutzende Kilometer hinaus in die Nordsee. Im Wattenmeer und auch auf der Helgoländer Düne machen Seehunde dann auch ebenso lange Rast, bevor die Jagd erneut beginnt. Jungtiere hingegen fressen vor allem Krebse, Garnelen und Weichtiere wie Würmer, Schnecken, und Muscheln. Seehunde haben dreigespitzte Zähne, die ihnen erlauben, Krustentiere und Muscheln zu knacken.

Helgoland ist für ungestörte Ruhepausen genauso wie für die Geburt des Nachwuchses wie gemacht: Im Gegensatz zu vielen kleineren Sandbänken ist die Düne vor Wind geschützt und bietet den Tieren ausreichend Raum zum Leben. Auf der Insel beobachten Besucher aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit also überwiegend Seehunde. 

Highlight auf Helgoland: Seehundbabys im Wattenmeer

 

Tier- und Naturliebhaber bekommen auf Helgoland wahrlich etwas zu sehen: Jedes Jahr von Mai bis Juli werden die Seehundbabys geboren, noch ein paar Monate bevor die Robben ihren Nachwuchs zur Welt bringen. Im Wattenmeer werden die Jungtiere fast immer auf den Sandbänken geboren. Wir sehen sie also erst, wenn sie mit ihren Müttern wandern. Für Gäste auf der Insel ist das ein einmaliger Anblick und viele Fotografen versammeln sich auf der Düne, um dieses Erlebnis zu fotografieren und festzuhalten.

 

Die Jungtiere müssen innerhalb weniger Stunden schwimmen können, deshalb legen sie die Lanugo (eine Schutzschicht für die Haut) während des Geburtsvorganges bzw. kurz davor im Mutterleib ab. Sie liegen also mit dem beige-grauen Schwimmfell zwischen den Müttern und sind nur durch die Größe zu unterscheiden. Vier bis fünf Wochen werden die Jungtiere an Land gesäugt, danach sind sie auf sich alleine gestellt. Ist das Jungtier abgestillt, kann sich die Mutter wieder paaren. Dies passiert im Wasser, nach einem Jahr wird ein neues Jungtier geboren. Zunächst sind aber die Robben dran.

Erlebnis zur Weihnachtzeit: Robbenbabys auf der Nordseeinsel

Kegelrobben bringen ihren Nachwuchs etwas später im Jahr zur Welt, nämlich zwischen Dezember und Januar. Wer Weihnachten auf Helgoland feiert, wird also auch in der kälteren Jahreszeit mit einem einmaligen Anblick auf viele kleine Robben und eben ausgewachsene Kegelrobben beschert. Die Paarung der Kegelrobben findet bereits rund zwei Wochen nach der Geburt des aktuellen Jungtieres statt. Nachdem das Jungtier abgestillt ist, geht die Mutter zurück ins Meer und frisst sich wieder eine ordentliche Speckschicht an. Wenn ihre Energiereserven der Robbe wieder aufgeladen sind, entwickelt sich der neue Embryo der Robbe ca. elf Monate, zwei Monate davon liegt er allerdings in Eiruhe.

 

Das Jungtier wird währenddessen an Land zur Welt gebracht. Die Mutter säugt den Welpen mehrfach am Tag. Einige Mütter bleiben dauerhaft bei ihren Jungtieren, andere lassen die kleine Robbe auch über einige Stunden allein. Die Weibchen fressen während dieser Zeit nicht. Wenn die jungen Robben nach zwei bis drei Wochen abgestillt wird, lässt die Mutter ihr Junges am Strand zurück. Nach ungefähr zwei Wochen (mit bis zu 40kg) geht auch die kleine Robbe ins Meer und lernt instinktives Jagen. Mittlerweile hat die Robbe sein Lanugo nach und nach abgeworfen und trägt ein Schwimmfell, wie man es auch bei den adulten Robben sieht.

Was ist der Unterschied zwischen Seehund, Robbe und Kegelrobbe?

Alle Seehunde sind Robben, aber nicht alle Robben sind Seehunde. Denn die Bezeichnung „Robbe“ ist der Oberbegriff für verschiedene Arten. Zwei dieser Arten von Robben gibt es an der deutschen Nordseeküste und auf Helgoland: Seehunde und Kegelrobben.

Sind Seehunde mit dem Hund verwandt?

Viel haben die Meeresbewohner mit unseren Haustieren gemeinsam: Sowohl Hunde als auch Seehunde sind Raubtiere. Ihr Verhalten ist ähnlich und Seehunde gelten als ähnlich lernfähig wie die Vierbeiner. Seehunde gehören zur Familie der Hundsrobben, sie sind die kleinere der beiden in der Nordsee vorkommenden Robbenarten. Seehunde sind weiter verbreitet als Kegelrobben und deswegen an der deutschen Küste häufiger anzutreffen als andere Robbenarten.

Darf ich Robben und Seehunde auf Helgoland streicheln?

Nein, Robben sind Wildtiere. Und Kegelrobben darüber hinaus die größten Raubtiere Deutschlands. Dementsprechend gilt es Abstand zu halten - Robben sind dem Menschen körperlich stark überlegen. Wir bitten jeden Gast deshalb darum, 30 Meter Mindestabstand sowohl zu den Kegelrobben als auch zu den Seehunden zu halten. Wir wollen so die Gäste schützen, aber auch die Robben, die an die Strände kommen, um sich auszuruhen.

Kann man verschiedene Robbenarten unterscheiden?

Seehunde und Kegelrobben kann man sehr gut anhand der Felle auseinanderhalten. Auch die Kopfform und die Zähne sind verschieden. Das deutlichste Erkennungsmerkmal ist die Nase: Bei Kegelrobben ist sie lang zulaufend und die Nasenlöcher liegen parallel zueinander. Dies gibt ihnen ein „gröberes“ aussehen. Die Seehunde haben eine kurze Nase (etwa wie ein Hund) und die Nasenlöcher stehen v-förmig zueinander. Dies lässt die Nase aussehen wie ein Herz.

Kann ich einzelne Seehunde unterscheiden?

Wenn man Seehunde genau beobachtet, kann man unterschiedliche Muster im Fell erkennen. Die Tiere haben einen hellen Bauch, der zu den Seiten hin durch graue Punkte immer dichter besetzt ist. Dadurch sind die Tiere auf dem Rücken beinahe dunkelgrau. Männchen und Weibchen lassen sich durch die Fellfarbe nicht/kaum unterscheiden.

Wann werden die Robben und Seehunde auf Helgoland geboren?

Die Seehundbabys lassen noch ein wenig auf sich warten und kommen zwischen Mai und Juli zur Welt.

Warum sehen manche Seehunde so krank aus?

Seehunde sind sehr anfällig für Lungenwürmer. Diese nehmen sie über den Fisch auf, den sie fressen. Die Würmer lagern sich in der Lunge ab und es kommt zu einer Lungenentzündung. Dadurch husten die Tiere Blut, dieses wird durch die Flossen verschmiert und das Gesicht wirkt rosa. Es entsteht auch ein Buckel und die Tiere haben starken Durchfall. Seehunde sind allgemein anfälliger für Krankheiten und Verletzungen, die Sterblichkeit ist deswegen in den ersten beiden Lebensjahren sehr hoch. Liegen die Tiere an den Stränden, kann man dies oft deutlich sehen.

Kann man Männchen und Weibchen bei Kegelrobben unterscheiden?

Männchen und Weibchen kann man bei Robben relativ einfach voneinander unterscheiden, indem man sich ihr Fell anschaut. Männliche Robben haben meist ein dunkles Fell mit wenigen hellen Flecken, die weiblichen Robben dagegen haben eine helle Grundfarbe mit dunklen Flecken. Auch die Köpfe sind bei beiden Robben unterschiedlich. Während die weibliche Robbe eine filigrane Nase mit einer leicht nach oben gezogenen Spitze hat, wirkt die Nase des Männchens massiv und fleischig, der Nasenrücken ist nach oben gebogen. Männliche Robben werden auch deutlich schwerer und größer als die weiblichen. Diese Unterschiede zwischen Männchen und, nicht nur bei Robben, nennt man Geschlechtsdimorphismus.

Gibt es auf Helgoland eine Seehundstation?

Nicht direkt: Die nächste Seehundstation in Schleswig-Holstein befindet sich aber nicht weit entfernt in Friedrichskoog. Für Kegelrobben und Seehunde, die auf Helgoland in Not geraten, ist also gesorgt. Das ist etwa dann nötig, wenn ein Heuler gefunden wird. Heuler sind Jungtiere, die von ihrer Mutter verlassen wurden - in der Seehundstation werden sie aufgezogen und bei Bedarf im Falle von Erkrankungen behandelt. Immer wieder werden Heuler im Wattenmeer oder auf den Sandbänken entdeckt, die den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Die Seehundstation Friedrichskoog ist die einzige autorisierte Auffangstation für Kegelrobben und Seehunde in Schleswig-Holstein. Seehundretter Michael Janßen sieht immer nach dem Rechten und überführt hilfsbedürftige Kegelrobben und Seehunde bei Bedarf in die Seehundstation.

Führungen zu den Kegelrobben auf der Düne

Naturkundliche Strandführungen des Vereins Jordsand zum Schutze der Seevögel und Natur e. V. täglich außer montags. Beobachten Sie die Robben aus der Nähe und lernen Sie dabei noch etwas! Infos und Tickets in der Hummerbude am Binnenhafen Öffnungszeiten täglich (außer montags): 9:30 bis 12:00 Uhr sowie 13:00 bis 16:00 Uhr. Wind und Wetter sowie Änderungen vorbehalten!

Kegelrobbenpatenschaften

Um die ehrenamtliche Arbeit des Vereins Jordsand (www.jordsand.de) zu unterstützen, wurde vor einigen Jahren die Idee der Patenschaft für die Babys der Helgoländer Kegelrobben ins Leben gerufen. Möchten Sie die Robben unterstützen? Alle Informationen dazu finden hier.

Informationen zu den Kegelrobben

Flyer Robben Sommer

Robben erleben auf Helgoland im Sommer

Flyer Robben Winter

Robben erleben auf Helgoland im Winter

Alle Informationen zu Kegelrobbenpatenschaften

Alle Informationen zu Kegelrobbenpatenschaften

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