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Heilbad

Helgoland hat gegenüber den anderen Nordseeinseln einen klaren Vorteil: die einzigartige Lage.
Daher ist es vor fast 200 Jahren zum Seebad ernannt worden. Später bekam die Insel den offiziellen Status: staatliches Nordseeheilbad.

Das Prädikat Seebad oder Seeheilbad

Um das Prädikat Seebad oder Seeheilbad zu erlangen, müssen spezielle Voraussetzungen erfüllt werden. Diese sind für Nord- und Ostsee unterschiedlich und gesetzlich festgelegt. (An dieser Stelle wird nur die Nordsee betrachtet.)

Mehr zur Geschichte und zu Anwendungen finden Sie hier:
» Die Geschichte des Nordseeheilbades
» Physiotherapie, ambulante Badekur, Massagen, Meerwasser

Voraussetzung für ein Nordseebad

Folgende Gesundheitsdienstleistungen müssen erfüllt sein:
Es muss mindestens einen Kurarzt geben, gesundheitsfördernde Ernährungsangebote, medizinische Einrichtungen, wie z.B. Erste Hilfe, Rettungswesen sowie nicht kurspezifische Versorgung durch Ärzte und Apotheker, ggf. eine medizinisch-therapeutische Infrastruktur entsprechend den anerkannten Hauptheilanzeigen.
Ein gutes Bioklima und eine hohe Luftqualität müssen gegeben sein und den erhöhten Ansprüchen von Atemwegserkrankungen entsprechen.
Ortslage und Ortsbild sind festgelegt, die Ortsmitte darf maximal 2 km vom Strand bzw. der Küste entfernt liegen. Geplante und festgesetzte Maßgaben sind u.a. eine aufgelockerte Bebauung, eingebettet in eine gärtnerische und natürliche Bepflanzung, einwandfreie Straßen sowie die Berücksichtigung der Bedürfnisse von körperbehinderten Personen.
Touristische Infrastruktur und Freizeitangebote sind ebenso festgesetzt. Die Unterkünfte müssen Rahmenbedingungen für einen erholsamen Aufenthalt schaffen und einhalten. Die Bereitstellung und Pflege öffentlicher Toiletten, Touristeninformation, Schutzmöglichkeiten im Strandbereich und Ruheeinrichtungen in windgeschützten Bereichen, eine strandnahe Promenade und Wanderwege, ein überwachter Badestrand mit Verpflegungsstätten, kulturelle und andere Freizeitangebote, gesundheitsdienliche und sportliche Angebote, Spielangebote, Kurpark und Zonen der Ruhe müssen vorhanden sein.
Pflicht ist eine Überprüfung der Qualitätsstandards der Kur- und Touristikorganisation/en alle fünf Jahre. Es muss eine Klimabeurteilung nach Maßgabe der Vorbeurteilung des Bioklimas und der Luftqualität geben, weiterhin eine Kontrolle der bioklimatischen Einflussfaktoren alle zehn Jahre aus begründetem Anlass sowie Gutachten über die Luftqualität im Beurteilungsgebiet nach Maßgabe der Vorbeurteilung

Die meisten Punkte sind identisch mit denen eines Seebades. Der größte Unterschied ist, das ein leistungsfähiges Institut zur Anwendung des Heilmittels sowie zur Anwendung der allgemeinen physikalischen Therapie mit kurärztlicher Überwachung vorhanden sein muss. Das heißt eine ambulante und/oder stationäre Behandlungseinrichtung unter Berücksichtigung der Bedürfnisse von körperbehinderten Personen. Die Strandzone und das Umfeld sollten eine Dosierung der Klimareize gewährleisten können. Es sollte eine Beratung für Ernährungs- und Diätprogramme durchgeführt werden können.
Die Gesundheitsdienstleistungen: Niederlassung mindestens eines kassenarztrechtlich zugelassenen Kurarztes unter Berücksichtigung der Kriterien des Kurarztvertrages, die psychologische Begleitung und Ernährungsberatung gewährleistet sein. Es müssen die „Gemeinsamen Grundsätze für die Durchführung ambulanter Kuren“ erfüllt werden.
Das Bioklima und Luftqualität unterstehen höheren Ansprüchen und Anforderungen, so muss es ein therapeutisch anwendbares und bewährtes Bioklima mit Dosierungsmöglichkeit der Klimareize geben.
Ortslage, Ortsbild, touristische Infrastruktur und Freizeitangebote unterliegen den gleichen Voraussetzungen, wie bei einem Seebad. Zusätzlich verlangt werden Veranstaltungs- und Kommunikationseinrichtungen mit Verweilangeboten, Strand und parkähnliche Anlagen, kulturelle und andere freizeitbezogene Veranstaltungen (z.B. Kurmusik).
Natürlich sind die Anforderungen an die Analyseverfahren und Gutachten umfangreicher. Für das Meerwasser sind wissenschaftliches Gutachten über die therapeutische Eignung des Meerwassers durch ein medizinisch-balneologisches Institut oder einen entsprechenden Sachverständigen nötig, alle zehn Jahre Meerwasseranalysen, regelmäßige Meerwasserkontrollanalysen, monatliche allgemeine Hygiene-Untersuchungen, chemische Kontrollanalyse in Schwimm- und Bewegungsbädern sowie Therapiebecken vom aufbereiteten Badewasser mindestens alle zwei Jahre.
Die Überwachung des Klimas erfolgt durch medizinisch-klimatologische Gutachten über die Gesundungs- und Erholungsmöglichkeiten des lokalen Bioklimas und seiner therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten, Gutachten über die Luftqualität, Vorbeurteilung des Bioklimas und der Luftqualität, Klimagutachten über die therapeutische Eignung des Bioklimas und der Dosierungsmöglichkeiten der Klimareize in Form einer erweiterten Klimaanalyse, Kontrolle der bioklimatischen Einflussfaktoren alle zehn Jahre, Periodische Überprüfung der lufthygienischen Anforderungen alle fünf Jahre durch Vorbeurteilung, Regelmäßige Überprüfung der Luftqualität durch einjährige Kontrollmessungen alle zehn Jahre.

Nordseeheilbad Helgoland heute

Heilwirkung des Meerwassers – Thalassotherapie

Die medizinische Geschichte der „Hydrotherapie“ hatten die griechischen und römischen Ärzte von den Ägyptern übernommen und durch Hippokrates (460 v. Chr.) weiter erforscht und vorangetrieben. Hippokrates von Kos war ein griechischer Arzt und gilt als der berühmteste Arzt des Altertums und „Vater der Medizin“. Hippokrates wurde schon zu Lebzeiten hoch verehrt. Er gilt weiterhin als Begründer der Medizin als Wissenschaft. Seine Behandlungsmethoden waren Kaltwasseranwendungen gegen Rheuma, Gicht und Fiebererkrankungen. Hippokrates setzte bereits Meerwasser als Heilmethode ein. An den beliebten Heilquellen errichteten die Mediziner viele Tempel (u.a. den Asklepios-Tempel) als Sanatorien zur Behandlung von Erkrankten.
In der Neuzeit gehörten der Franzose Théophile de Bordeu, in Deutschland die niederschlesischen Ärzte Siegmund Hahn (1664–1742) und besonders dessen Sohn Johann Siegmund Hahn (1696–1773) sowie Sebastian Kneipp (1821–1897) zu den Erforschern der Wasseranwendungen.

Die alten Griechen sprachen bereits dem Meerwasser heilsame Wirkung zu. Die Philosophen Platon und Euripides beschrieben „das Meerwasser alle Leiden abwäscht.“
Schon bald erkannten die Wissenschaftler und Ärzte auch die Sonderstellung des Meerwassers als Heilmittel.
Richard Russel (1687-1759) erforschte die Heilwirkung des Meerwassers und gilt als Begründer der Thalassotherapie. (Übersetzt aus dem Griechischen bedeutet Thalatta – Meer und Therapeia – Heilung).
Er bestärkte seine Patienten, das Meerwasser als Heilmittel zu nutzen und verschrieb Trinkkuren und Bäder. Die heutige Thalassotherapie verzichtet aber größtenteils auf den Genuss des Meerwassers als Trinkkur.
Seine Anstrengungen führten rasch zu wachsenden Erfolgen, auch in seinem „Kurort“ Brighton, aber auch zum steigenden Status der Meerwasseranwendungen in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.
In Frankreich beschrieb Renè Quinton die Ähnlichkeit von Meerwasser und dem menschlichen Blut, die beide fast die gleiche Zusammensetzung (Mineralien und Spurenelemente) besitzen.
Wie bereits in der Seebädergeschichte beschrieben, waren in Deutschland Gerhard Otto Janus, Georg Christoph Lichtenberg und Christoph Wilhelm Hufeland die deutschen Begründer der Meerwassertherapien, doch ihre Ideen können auf die Erfahrung von Russel und der englischen Seebadgeschichte zurückgeführt werden.

Die Heilkraft der Thalassotherapie ist mittlerweile wissenschaftlich untermauert worden.

Die Therapieform greift hierbei, das Meerwasser, das Meeresklima (siehe Reizklima) und den Meeresschlick auf.

Die besondere Wirkung von Meerwasser lässt sich durch die Zusammensetzung zurückführen. Wie schon Renè Quinton herausfand, beinhaltet es ca. 25 verschiedene Mineralien und Spurenelemente, die auch im Blut bzw. im Blutplasma enthalten sind. Auch Blut ist im Prinzip eine Salzlösung und das Salzverhältnis von Blut und Meerwasser ist nahezu identisch. Die sehr hohen Anteile von Magnesium, Kalzium, Jod und weiteren lebenswichtigen Stoffen sind erwähnenswert.
Dies sind unter anderem die Erklärungen, warum das Baden im Meerwasser oder die Meersalz enthaltenden Kosmetika, eine wohltuende, vitalisierende und gesundheitsfördernde Wirkung auf uns haben. Die Haut ist das größte menschliche Organ, daher kann die Nutzung von Meerwasser in den genannten Formen zum Erhalt der natürlichen Schutzfunktion der Haut beitragen. Die von dem Körper und der Haut verbrauchten Stoffe, können über die Haut aufgenommen und dem Organismus zugeführt werden.
Ein weiteres Plus ist die erst kürzlich bewiesene Tatsache, dass Meerwasser Entzündungen vorbeugt bzw. diese schneller heilen kann und der entzündeten Haut die Fähigkeit gibt, sich gegen bakterielle Erreger zu wehren. Magnesiumsalze sind hier in erster Linie, Strontiumverbindungen (hemmen Juckreiz) und Selenverbindungen (erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen oxidativen Stress) zu nennen. Dieser Faktor ist besonders für chronische Neurodermitiker oder Psoriasis Geplagte am Meer von Bedeutung. Ein weiteres Anwendungsfeld sind chronische Gelenkerkrankungen bzw. chronische Erkrankungen des Bewegungsapparates, wie Rheuma oder Ischiasleiden. Ein Bad im Meerwasser entlastet die Bandscheiben, Knochen und Gelenke, da der Körper durch den Auftrieb entlastet wird und stärkt gleichzeitig den Muskelaufbau, durch den Wasserwiderstand.

Eine ähnliche Wirkung hat das Meerwasser auf die Atemwege. Inhaliert man die Brandungsaerosole am Strand oder nutzt in den medizinischen Einrichtungen die Meerwasserinhalationen, kann sich durch den Salzgehalt eine entzündungshemmende Wirkung entwickeln und bei chronischen Atemwegserkrankungen und empfindlichen Schleimhäuten angewendet, ebenfalls auch eine schleimlösende, desinfizierende, abschwellende Wirkung erreicht werden. Eine Voraussetzung für Heilbäder ist das Nutzen einer 1% Salzkonzentration des Meerwassers bei der Inhalation. Von Nutzen ist dies für Allergiker und Asthmatiker, bei Erkältungen und Schnupfen hilft es, den Heilungsprozess anzuregen.

Meeresschlick hat weitere positive Wirkungsweisen.
Dieser kann bei schmerzhaften und chron. Zuständen der Knochen, Gelenke und Wirbelsäule eingesetzt werden. Schlick ist ein sehr guter Wärmespeicher, kann dadurch besser in die tieferen Gewebeschichten eindringen, Verspannungen lösen und Gelenke beweglicher machen.
Durch den hohen Mineralgehalt wird der Schlick auch gerne in Kosmetika benutzt.

Reizklima
„Reizklima ist ein Klimatyp, dessen Eigenheiten den Stoffwechsel und die Gesamtaktivität des Körpers eines Patienten anregen oder reizen soll und somit für bestimmte Erkrankungen ein bedeutsamer Heilfaktor sein kann.
Je nach Stärke des Reizes wird in reizstarke Regionen, wie z. B. die Ostsee, die Nordsee und das Hochgebirge und in reizschwache, wie das Mittelgebirge (Schonklima), unterschieden. Kurorte, die Klimatherapien anbieten, tragen in Deutschland den Zusatz Heilklimatischer Kurort.“ (Zitat Wikipedia: „Reizklima“)

Ein Aufenthalt am Meer stärkt das Herz-Kreislaufsystem und die Atemwege. Dies geschieht durch das Reizklima, das die Atemtätigkeit vertieft und die Immunabwehr steigert. Besonders in den Wintermonaten bietet die Luft einen besonderen Kältereiz auf den Organismus aus, der u.a. die Atemwege stärken kann. Im Sommer ist die Temperatur weit unter denen des Festlandes, so dass auch hier ein Reizklima angezeigt wird.
Je stärker der Wind und die Wellenbewegung und Brandung, desto höher ist die Vernebelung der Meerwasser Tröpfchen in der Luft.
Die Besonderheit von Helgoland als Hochseeinsel beruht auf mehreren Faktoren.
Der Salzgehalt um und vor Helgoland liegt zwischen 4 und 5% (an der Ostsee nur bei ca. 0,2 bis 2%). Die Seeluft ist ärmer an Allergenen, wie z.B. Pollen. Für Pollenallergiker bietet sich das Frühjahr besonders an, um den Allergenen größtenteils zu entkommen.

Das Sonnenlicht ist ebenfalls für das Wohlbefinden verantwortlich, da die UV Strahlung wesentlich intensiver ist, unter anderem durch die zusätzliche Spiegelung der Sonne im Meer, sie wirkt stimmungsaufhellend. Des Weiteren muss auch der Wärmeeffekt der Sonne hinzu gezählt werden.

Aufenthalte und Kuren in diesem speziellen Klima sind das ganze Jahr sinnvoll, jedoch sollte dies mit ausgiebigen Spaziergängen verbunden werden, um alle Faktoren ausnutzen zu können. Unterstützt wird der Prozess tatsächlich noch durch barfuß laufen am Strand und im Wasser, da es durchblutungsfördernd und gelenkschonend sein kann. Gleiches gilt für das Baden in der kühlen Nordsee.

Indikationen der Thalassotherapie:

Eine gezielte Thalassotherapie kann angewendet werden bei:

Erkrankungen der Atemwege (Husten Schnupfen, Asthma, Bronchitis, Heuschnupfen)
Erschöpfung (Energieverlust, Müdigkeit, niedriger Blutdruck)
Erkrankungen der Gelenke, Muskeln und Knochen
Migräne und Spannungskopfschmerzen
Hauterkrankungen (Akne, Ekzeme, Schuppenflechte, Neurodermitis, Cellulite)
Schilddrüsenbeschwerden
Venenbeschwerden (müde Beine, Besenreiser, Krampfadern und kalte Füße)

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