Als Kapitän bei der Börte steuert der 45-jährige Sven Köhn die zehn Meter lange und drei Meter breite „Rasmus“. Seit 2002 bringt er die Passagiere sicher von den Seebäderschiffen auf die Insel. Regelmäßig macht er auch Dienst auf der Dünenfähre und fährt die Urlauber zu den herröichen Sandstränden auf der Nachbarinsel. Und hin und wieder organisiert er auch Angelfahrten rund um die Insel.
Sven Köhn sieht, dass die Börteboote immer weniger gebraucht werden, weil die neuen Schiffe direkt in den Hafen einlaufen. Dass die Helgoländer Börteboote eines Tages ganz von der Insel verschwinden, damit will er sich nicht abfinden. Deshalb engagiert er sich im Verein zum Erhalt Helgoländer Börteboote e.V. und führt die Geschäftsstelle des Vereins auf Helgoland. Gemeinsam mit dem 1. Vereinsvorsitzenden Rainer Hatecke von der Bootswerft Hatecke in Freiburg, auf der schon viele der hochseetüchtigen Boote gebaut wurden, und vielen Vereinsmitgliedern sorgten sie dafür, dass die Helgoländer Dampferbörte offiziell in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurden. Zehn Börteboote mit 25 Crewmitgliedern schipperten dafür im Oktober 2018 bis vors Kanzleramt in Berlin. Hin und Zurück waren sie 15 Tage unterwegs. Mit dabei war natürlich auch die „Claudia“ mit Vater Klaus. Schließlich sitzen alle im gleichen Boot.
Die Helgoländer arbeiten aktiv weiter an der Zukunft der Börteboote. Im August 2019 wurde das erste mit einem umweltfreundlichen Elektromotor ausgestattete Boot vorgestellt und in den Betrieb genommen.