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Mitten im Meer – reif für die Insel

15. August 2013

Reif für die Insel – das ist Jonna Gerhold jederzeit.
Die Verwaltungsfachangestellte lebt auf Helgoland und arbeitet im Vorzimmer des Bürgermeisters.

Rund 70 Kilometer von Schleswig-Holsteins Westküste entfernt ragt ein roter Felsen steil aus der Nordsee: Helgoland. Rund 1.500 Menschen leben auf dem beschaulichen Fleckchen. Man kennt sich – außerhalb der Saison. Übers Jahr besuchen rund 320.000 Gäste das Nordseeheilbad, Tendenz steigend. „Dann wird’s manchmal ganz schön eng“, sagt Jonna Gerhold und lacht. Denn wirklich viel Platz ist natürlich auch im Winter nicht. Auf gerade mal 1,7 Quadratkilometer bringen es Haupt- und Badeinsel gemeinsam. Sylt hat knapp 100 km2. Für die junge Insulanerin ist ihre Heimat trotzdem das Größte. Sie war selig, als sie 2009 einen Ausbildungsplatz als Verwaltungsfachangestellte bei der Gemeinde ergatterte. Nach einem Zwischenstopp im Einwohnermeldeamt ist die 20-Jährige seit Jahresbeginn die rechte Hand von Bürgermeister Jörg Singer. Ein Traumjob, findet sie. „Anspruchsvoll, abwechslungsreich und auch richtig nett.“ Denn ihr Chef sei genauso hilfsbereit und unkompliziert wie alle Helgoländer.

Obwohl die Insel so klein ist, ist der Terminkalender des Bürgermeisters rappelvoll. Auch das Telefon steht selten still. „Die Einheimischen sind sehr engagiert. Viele wollen sich zu Umweltthemen informieren, etwa zu den Offshore-Anlagen. Es kommen aber auch sofort Hinweise, wenn mal etwas nicht in Ordnung ist“, beschreibt Jonna Gerhold. Und natürlich dreht sich viel um den Tourismus. Weil hier wirklich jeder jeden kennt, ist ihr Chef außerdem bei Hochzeiten und hohen Geburtstagen dabei, ebenso bei Veranstaltungen für Kinder, Senioren, Urlauber… Das läppert sich. Praktisch wäre da manchmal ein Auto, um von A nach B zu kommen, ist aber nicht erlaubt. Auch Rad fahren darf längst nicht jeder auf der Insel – nur Kinder unter 14 Jahren und nur außerhalb der Saison. Sonst nämlich müsste die Gemeinde hässliche Verkehrsschilder in der schönen Natur aufstellen – und das will hier keiner. Also bewältigen Gerhold und ihr Boss die Terminflut zu Fuß. Geht auch.

Runter von der Insel – für die junge Frau auf Dauer kaum vorstellbar. Um ihr Abi zu machen, zog sie nach der mittleren Reife ins Internat nach Bad Bederkesa. Doch schon nach ein paar Wochen war das Heimweh so groß, dass sie ihre Koffer wieder packte. Ihre jetzige Wohnung liegt in Sichtweite des Rathauses. Keine Chance also für Heimweh.

Und was macht man auf Helgoland nach Feierabend? „Abschalten und sich den Wind um die Nase wehen lassen“, sagt Jonna Gerhold. Oder ein bisschen Sport – Fußball und Karate sind die beliebtesten Disziplinen. Wird es nie langweilig? „Komisch, das fragen alle. Und gleich danach wollen sie wissen, ob wir wirklich Strom und Handynetz auf der Insel haben…“

Sie selbst liebt die unaufgeregte, entspannte Atmosphäre. Es stört sie auch nicht, dass sie nur aufs Festland kommt, wenn das Wetter mitspielt. „Das ist eben so.“ Typisch Helgoländer Pragmatismus.

Bei der Frage nach ihrem liebsten Urlaubsziel muss Jonna Gerhold lange überlegen – und schließlich laut lachen. „Die Badeinsel.“ Dort hat sie mit ihrem Freund mal einen Bungalow gemietet. Das empfiehlt sie übrigens auch jedem Besucher: „Schöner kann es nirgendwo sein.“ Bei der Buchung allerdings, könne es dann doch etwas hektisch werden. „Die bunten Häuschen sind nämlich immer schnell vergeben.

Text: Frau Inken Fügmann

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