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Seehunde und Robben auf Helgoland

Seehund oder Kegelrobbe?
Wir beantworten Ihre Frage

Ein Spaziergang entlang der Dünenstrände auf Helgoland ist Balsam für Seele und Körper – der frische Nordseewind lässt frei atmen und denken. Wenn da nur nicht diese eine Frage wäre: Was liegt dort am Strand und genießt die Ruhe und das herrliche Wasser? Ein Seehund oder eine Robbe? Selbst die Insulaner sind damit manchmal überfragt. Sprechen Sie einfach unsere Ranger oder die Mitarbeiter vom Verein Jordsand an – sie werden sehen, es ist nicht ganz einfach die Tiere auseinander zu halten.
Wir haben hier die häufigsten Fragen für Sie zusammengetragen – vielleicht möchten Sie sich auf dieses tierische Spektakel schon zuhause vorbereiten, oder sind mit unbeantworteten Fragen nach Haus gefahren.

Was ist der Unterschied zwischen Seehund, Robbe und Kegelrobbe?

Alle Seehunde sind Robben, aber nicht alle Robben sind Seehunde. Denn die Bezeichnung „Robbe“ ist der Oberbegriff für verschiedene Arten. Zwei dieser Arten von Robben gibt es an der deutschen Nordseeküste und auf Helgoland: Seehunde und Kegelrobben.

Kann man verschiedene Robbenarten unterscheiden?

Seehunde und Kegelrobben kann man sehr gut anhand der Felle auseinanderhalten. Auch die Kopfform und die Zähne sind verschieden. Das deutlichste Erkennungsmerkmal ist die Nase: Bei Kegelrobben ist sie lang zulaufend und die Nasenlöcher liegen parallel zueinander. Dies gibt ihnen ein „gröberes“ aussehen. Die Seehunde haben eine kurze Nase (etwa wie ein Hund) und die Nasenlöcher stehen v-förmig zueinander. Dies lässt die Nase aussehen wie ein Herz.

Sind Seehunde mit dem Hund verwandt?

Viel haben die Meeresbewohner mit unseren Haustieren gemeinsam: Sowohl Hunde als auch Seehunde sind Raubtiere. Ihr Verhalten ist ähnlich und Seehunde gelten als ähnlich lernfähig wie die Vierbeiner. Seehunde gehören zur Familie der Hundsrobben, sie sind die kleinere der beiden in der Nordsee vorkommenden Robbenarten. Seehunde sind weiter verbreitet als Kegelrobben und deswegen an der deutschen Küste häufiger anzutreffen als andere Robbenarten.

Darf ich Kegelrobben und Seehunde auf Helgoland streicheln?

Nein, Robben sind Wildtiere. Und Kegelrobben darüber hinaus die größten Raubtiere Deutschlands. Dementsprechend gilt es Abstand zu halten - Robben sind dem Menschen körperlich stark überlegen. Wir bitten jeden Gast deshalb darum, 30 Meter Mindestabstand sowohl zu den Kegelrobben als auch zu den Seehunden zu halten. Wir wollen so die Gäste schützen, aber auch die Robben, die an die Strände kommen, um sich auszuruhen.

Kann ich einzelne Seehunde unterscheiden?

Wenn man Seehunde genau beobachtet, kann man unterschiedliche Muster im Fell erkennen. Die Tiere haben einen hellen Bauch, der zu den Seiten hin durch graue Punkte immer dichter besetzt ist. Dadurch sind die Tiere auf dem Rücken beinahe dunkelgrau. Männchen und Weibchen lassen sich durch die Fellfarbe nicht/kaum unterscheiden.

Wann werden Kegelrobben und Seehunde auf Helgoland geboren?

Kegelrobben werden in der Zeit von November bis Januar auf Helgoland geboren. Seehunde erblicken hingegen nicht auf Helgoland, sondern im Wattenmeer das Licht der Welt. Die Wurfzeit der Seehunde erstreckt sich etwa von Mai bis Juli.

Warum sehen manche Seehunde so krank aus?

Seehunde sind sehr anfällig für Lungenwürmer. Diese nehmen sie über den Fisch auf, den sie fressen. Die Würmer lagern sich in der Lunge ab und es kommt zu einer Lungenentzündung. Dadurch husten die Tiere Blut, dieses wird durch die Flossen verschmiert und das Gesicht wirkt rosa. Es entsteht auch ein Buckel und die Tiere haben starken Durchfall. Seehunde sind allgemein anfälliger für Krankheiten und Verletzungen, die Sterblichkeit ist deswegen in den ersten beiden Lebensjahren sehr hoch. Liegen die Tiere an den Stränden, kann man dies oft deutlich sehen.

Kann man Männchen und Weibchen bei Kegelrobben unterscheiden?

Männchen und Weibchen kann man bei Kegelrobben relativ einfach voneinander unterscheiden, indem man sich ihr Fell anschaut. Männliche Kegelrobben haben meist ein dunkles Fell mit wenigen hellen Flecken, die weiblichen Kegelrobben dagegen haben eine helle Grundfarbe mit dunklen Flecken. Auch die Köpfe sind bei beiden Kegelrobben unterschiedlich. Während die weibliche Kegelrobben eine filigrane Nase mit einer leicht nach oben gezogenen Spitze hat, wirkt die Nase des Männchens massiv und fleischig, der Nasenrücken ist nach oben gebogen. Männliche Kegelrobben werden auch deutlich schwerer und größer als die weiblichen. Diese Unterschiede zwischen Männchen und, nicht nur bei Kegelrobben, nennt man Geschlechtsdimorphismus.

Gibt es auf Helgoland eine Seehundstation?

Nicht direkt: Die nächste Seehundstation in Schleswig-Holstein befindet sich aber nicht weit entfernt in Friedrichskoog. Für Kegelrobben und Seehunde, die auf Helgoland in Not geraten, ist also gesorgt. Das ist etwa dann nötig, wenn ein Heuler gefunden wird. Heuler sind Jungtiere, die von ihrer Mutter verlassen wurden - in der Seehundstation werden sie aufgezogen und bei Bedarf im Falle von Erkrankungen behandelt. Immer wieder werden Heuler im Wattenmeer oder auf den Sandbänken entdeckt, die den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Die Seehundstation Friedrichskoog ist die einzige autorisierte Auffangstation für Kegelrobben und Seehunde in Schleswig-Holstein. Seehundjäger Michael Janßen sieht immer nach dem Rechten und überführt hilfsbedürftige Kegelrobben und Seehunde bei Bedarf in die Seehundstation.

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