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40 Jahre Kleingartenverein Helgoland e. V.

2. August 2008

Pressemeldung
V.i.S.d.P.
Kurverwaltung Helgoland
Tourismusdirektor
Klaus Furtmeier
Lung Wai 28, 27498 Helgoland
Telefon: 04725-80820
Telefax: 04725-813728

40 Jahre Kleingartenverein Helgoland e. V.
(„Gooarden en Akkers iip Lun“)

In diesem Jahr feiert der Kleingartenverein Helgoland e. V. sein 40-jähriges Bestehen.

· Am Sonnabend, den 02. August 2008, von 12.00 bis 17.00 Uhr, findet auf der Grünfläche und auf dem Schulhof der „James-Krüss-Schule“ ein Kinder- / Sommerfest statt.
· Am Sonntag, den 10. August 2008, ist im Kleingartengelände ein „Tag der offenen Pforte“ vorgesehen, wo sich Interessierte selbst einmal ein Bild von den Kleingärten auf Helgoland machen können.

Die Anzahl der Mitglieder hat sich im Laufe der Jahrzehnte von 43 auf heute 100, mehr als verdoppelt. Etwa 75 Gärten bilden eine gepflegte Schrebergarten-Kolonie mit traumhaftem Ausblick auf das weite Meer und auf die benachbarte Badedüne mitten in der Nordsee.

In der Geschichte Helgolands spielten Ackerbau und Viehzucht schon sehr früh eine Rolle. Auf einer historischen Karte aus dem Jahre 1639 von Johannes Mejer gibt es bereits Hinweise auf Wiesen, sowie Gras- und Ackerland. Es gab Kühe, Schafe und auch Pferde. In der alten Helgoländer Chronik ist vermerkt, dass Getreide, Roggen und Weizen im Jahre 1697angebaut wurden. Während die Männer als Fischer und Lotsen zur See fuhren, war es die Aufgabe der Frauen, die Äcker zu bearbeiten und somit einen Beitrag zur Ernährung der Familie zu leisten.
In den 20er Jahren führte ein Weg („Kartoffelallee“) von der ehemaligen Südspitze der Insel, mittig auf dem Oberland entlang, bis zur Nordspitze hin. Senkrecht zur Kartoffelallee verliefen die Äcker parallel bis zur Felskante, dem „Falm“. Am Anfang wurden Kartoffeln und Kohl angebaut, weitere Gemüsesorten, wie z. B. Erbsen, und Obst, kamen erst später hinzu.

Auch in den Weltkriegen war die Insel als Marinestützpunkt beteiligt. Hierdurch wurde das Ackerland stark in Mitleidenschaft gezogen. In den 40er Jahren wurden die Anbauflächen durch die schweren Bombardierungen völlig verwüstet, und durch die große Sprengung am 18. April 1947 wurde ein Teil der ehemaligen Südspitze in die Luft gesprengt, sodass vom ehemaligen Ackerland in Südrichtung gar nichts mehr übrig blieb.

Nach der Freigabe am 1. März 1952 begann man mit den lebensgefährlichen Räumungsarbeiten auf Helgoland.
Selbstverständlich erinnerten sich die Einwohner beim Wiederaufbau an die alte Tradition der Äcker, und so begannen die Heimkehrer aus der Evakuierung mit der Neuanlage des Ackergebietes. Die Urbarmachung des Ackergebietes bedeutete eine harte Arbeit. Etwa ab 1957 begannen die ersten Kleingärtner, das Gebiet von den Bombensplittern und Kriegsschutt zu befreien. Die ersten Äcker wurden abgesteckt. Nach der qualitativen Aufwertung des Bodens durch den Anbau von Kartoffeln kamen bald eine Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten hinzu.

Weit weg vom Festland, war dies nicht nur ein „Hobby“, sondern es war vielmehr ein wichtiger Beitrag für die Versorgung der Familie. Auf vielen Äckern werden heute verschiedene Kohlsorten angebaut, besonders Grünkohl. So beleben regelmäßige Grünkohl-Essen das rege Vereinsleben. Aber es gibt auch alle Beerensorten, Kräuter und Rhabarber. In den Gewächshäusern und Wintergärten gedeihen sogar Weintrauben, Gurken und Tomaten. Neben wenigen Ziergärten mit Rosen gibt es eine Menge Nutzgärten mit einer Vielzahl von Obst- und Gemüsesorten, die im fruchtbaren Boden gut gedeihen.

Die vielseitigen Schrebergärten sind eine besondere Freude der Kleingärtner. Auch die Urlaubsgäste, die das ganze Jahr über Ruhe und Erholung auf der einzigen Hochseeinsel Deutschlands suchen, erfreuen sich an den malerischen Gärten beim Rundgang um das Helgoländer Oberland. In beinahe jedem Garten gibt es ein idyllisches Plätzchen, das zu einem gemütlichen Plausch einlädt. Hier werden Feste gefeiert, gesungen und köstliche Speisen zubereitet.

Auf der Insel wird eine eigene Sprache gesprochen, das Helgoländer Friesisch. Auch heute noch spricht der Helgoländer Kleingärtner von seinem „Akker“, seltener aber von seinem „Gooar“ (Garten), der ursprünglichen Nutzung als Ackerland entsprechend.

Ruth Köhn und Kai Lange
für den Kleingartenverein Helgoland e. V.

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