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Helgoland muss sich wieder an den Anblick einer leeren Reede gewöhnen

 

Nach der MS „Helgoland“ haben sich jetzt auch die „Funny Girl“, die „Atlantis“, die „Lady von Büsum“ und die „Fair Lady“ bis zur Saison 2012 von der Helgoländer Reede verabschiedet.

 

Die „Funny Girl“ stellte am 30. September ihre Büsum-Helgoland-Fahrten unter der Flagge der Reederei Eils ein. Am 01.10. brachte sie noch ein letztes Mal Gäste auf die Insel, fuhr dann aber direkt weiter nach Cuxhaven in die Werft. Hier wurde sie für die Wintersaison umgerüstet, d.h., die Sitzbänke im hinteren Decksbereich wurden abgebaut und 2 Kräne für die Frachtanlandung installiert. Zum Glück waren bei der Havarie im Sept. (der „Helgoländer“ berichtete) keine größeren Schäden entstanden, so dass sie planmäßig ab dem 10.10. für den Winterverkehr zwischen Cuxhaven und Helgoland eingesetzt werden konnte.

Belohnt wurden die Reparatur- und Instandhaltungs-Arbeiten dann mit der TÜV-Plakette für die nächsten 5 Jahre.

Die Anbindung von Büsum nach Helgoland wurde dann bis zum 16. Oktober von M/S „Fair Lady“ (Reederei Eils) aufrechterhalten.

 

Bildunterschriften:

 

922: Die Verabschiedungsdelegation von links: Bernd Hansen (ZBI), Karl Weber (PK), Stefan Allmrodt (PHS), Carsten Keden (Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes), Karin Weichert (Helgoländer Trachtengruppe), Lars Carsten (PK), Peter Meinhardt (stellv. BGM), Bernd Wellnitz (Betriebleiter Börte), Eschi Waltemath (Helgoländer Trachtengruppe), Karl-Heinz Hottendorf (Pressesprecher der Börte), Tourismusdirektor Klaus Furtmeier.

 

931: Kapitän Ulrich-Dieter Wegner

 

 

Am gleichen Tag verabschiedete sich auch die „Atlantis“ von der Helgoländer Reede, um für die kommenden 10 Tage täglich im Helgoländer Hafen festzumachen, bevor sie von der „Funny Girl“ abgelöst wird. Kapitän Ewald Bebber erzählte in gewohnt launiger Stimmung einige Anekdoten aus seiner Alltagsarbeit. Unter anderem wusste er einiges über die Erstellung der Unfall-Verhütungs-Vorschriften (UVV) zu erzählen, die jede Reederei seit 2 Jahren selber erarbeiten muss. Es gilt, für jeden Mitarbeiter eine Arbeits-platzbeschreibung zu kreieren, daraus eine Gefährdungsanalyse abzuleiten und die Gefahren zu minimieren bzw. ganz auszuschalten. Phantasievoll wusste er z. B. die Gefahren beim Anspitzen eines Bleistiftes auszuschmücken. Bei ihm erhält der Begriff „Seemannsgarn“ eine ganz eigene Dimension.

Ernst gemeint ist allerdings die Absicht, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde wieder einen Helgoland-Ausweis einzuführen, damit Schüler und Auszubildende bis zum Alter von 26 Jahren ganz offiziell den etwas günstigeren Helgoland-Tarif in Anspruch nehmen können. Denn sie und ihre Familien sind ohnehin durch die Notwendigkeit der Festlandsaufenthalte finanziell sehr gefordert.

Außerdem plant die Reederei Cassen Eils während der Liegezeiten im Winter im Helgoländer Hafen gemeinsame Sicherheits-Übungen mit der Helgoländer Feuerwehr.

 

Bildunterschrift:

 

940: Kapitän Ewald Bebber, Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, stellv. BGM Peter Meinhardt

 

 

Am Samstag, den 15. Oktober, hieß es dann auch für die „Lady von Büsum“ den Anker auf der Reede vor Helgoland zu lichten. Ungewohnt an diesem Tag war der Liegeplatz an der Zollmole im Scheibenhafen. Der Schwell auf der Reede war so stark, dass die Sicherheit beim Aus- und Einbooten in Frage gestellt war und so entschloss man sich zu dieser Notlösung. Da die „Lady“ aber keine Gangway an Bord hatte, wurden die Gäste trotz Festmachens an der Mole mit den Börtebooten befördert. Vom 16. bis zum 29. Oktober wird das Schiff den Helgoland–Büsum-Verkehr noch weiter aufrecht erhalten, dann aber den Helgoländer Hafen anlaufen.

Für 2012 sind Fahrten von Büsum nach Helgoland zwischen dem 28. März und dem 24. Oktober geplant.

Nicht ohne Stolz erwähnte Kapitän Bernd Banck, dass die „Lady von Büsum“ trotz 28 wetterbedingter Ausfalltage mehr Personen als 2010 auf die Insel befördert habe.

 

Bildunterschrift:

 

 

8329: Verabschiedungsdelegation auf dem Achterdeck der „Lady von Büsum“:

Karl-Heinz Hottendorf (sitzend, Vorsitzender der Korporation der Börtebooteigner), Peter Meinhardt (stellv. BGM), Kapitän Bernd Banck, Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, Martin Erhardt (neuer Abteilungsleiter Marketing und Event der Kurverwaltung Helgoland), Eschi Waltemath (Helgol. Trachtengruppe), Bernd Wellnitz (Betriebleiter Börte), Karin Weichert (Helgol. Trachtengruppe), Stefan Allmrodt (PHS).

 

 

 

Am 16.10. verließ mit der MS „Fair Lady“ das letzte Schiff die Helgoländer Reede.

Seit dem Rückkauf der „Fair Lady“ 2011 durch die Reederei Cassen Eils hat sich die Reederei bemüht, alles wieder auf den ursprünglichen Stand vor dem Verkauf zu bringen. Das Schiff hat somit seine alte Registriernummer, sein Rufzeichen und seine MMSI-Nummer zurück, unter der es schon bei Cassen Eils gefahren ist.

In den kommenden Monaten werden große Anstrengungen nötig sein, um wieder alles auf Vordermann zu bringen.

In der Werft wird sie analog zur „Funny Girl“ auch für den Winterverkehr umgerüstet: Es werden Sitzbänke im hinteren Decksbereich abgebaut und 2 Kräne für die Frachtanlandung installiert. Ebenso soll der Salon etwas hergerichtet werden.

 

Es war eine anstrengende Saison für diese „alte Dame“. Von Bremerhaven kommend bekam sie den Wind immer querab und wenn dann auch noch der Wind gegen die Tide stand, schaukelten sich die Wellen richtig hoch. Zugunsten der Sicherheit und des Wohlergehens der Fahrgäste kommt Cassen Eils Wahlspruch „Wir fahren erst einmal hin und gucken, wie das Wetter dort ist“, glücklicherweise nicht mehr zum Tragen.

 

Hans Petschnik, Leiter der Gastronomie auf den Schiffen der Reederei Cassen Eils, bezeichnete die Saison 2011 als „Katastrophe“ für die Gastro. Trotz der ca. 24.000 Gäste aus Bremerhaven wurden die Mehrkosten durch den Einsatz dieses zusätzlichen Schiffes nicht aufgefangen.

In der kommenden Saison, die für die „Fair LADY“ Am 28. April 2012 beginnt, kann es nur besser werden.

 

 

 

Generell ist zu sagen, dass die Saison 2011 sehr unter den Starkwind-Perioden (rund 140 Schiffsausfälle) gelitten hat, auch wenn Tourismusdirektor Klaus Furtmeier gerne betont, dass bis zum Ende der Sommersaison 2011 1,5 % mehr Gäste als 2010 auf der Insel waren. Bedenkt man dann aber, dass 2011 durch den Einsatz eines weiteren Schiffes („Fair Lady“ von Bremerhaven) gegenüber 2010 natürlich auch mehr Kosten entstanden sind, geht die Rechnung nicht so positiv aus.

Furtmeier betonte auch, dass die Börte einen „guten Job“ gemacht hat und dass trotz Einsatzes von nur 9 Booten das Aus- und Einbooten zeitlich erstaunlich gut geklappt hat. Dies wurde von allen Vertretern der Reedereien ausdrücklich bestätigt.

Bedauert wurde, dass die potentiellen Fahrgäste nicht immer rechtzeitig über Fahrtausfälle informiert werden konnten, insbesondere bei weiten Anreisen. Auch die Reedereien sind bei ihren Planungen auf Wettervorhersagen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und z.B. „Windfinder“ angewiesen, zwischen denen zum Teil gewaltige Differenzen auftreten. Oft konnte man sich erst in letzter Minute entscheiden. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor 134 Jahren habe es keinen so schlechten Sommer gegeben.

Trotzdem schauen alle positiv in die Zukunft und jeder wird seinen Möglichkeiten entsprechend durch attraktive Angebote oder neue Ideen zum Gelingen beitragen.

So wurde schlussendlich immer das Glas oder die Tasse hoffnungsvoll auf die nächste Saison 2012 erhoben!