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Fünf Fragen zum Thema Helgoland und Offshore Wind

 

Der Bau von Windparks auf dem Meer nimmt in Deutschland Fahrt auf. Nach den Planungen der Bundesregierung sollen sich bis 2020 etwa 5.000 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 10.000 Megawatt in der deutschen Nord- und Ostsee Strom erzeugen. Vor allem die Küstenregionen in Deutschland können vom Ausbau der Windkraft auf dem Meer profitieren. Denn die Offshore-Windindustrie wird zu einem eigenständigen Wirtschaftszweig: Neue Häfen werden gebraucht, in denen die riesigen Windturbinen zusammengebaut und auf See transportiert werden. Fertigungsanlagen für Turbinen, Türme und Fundamente entstehen und neuartige Schiffe zur Errichtung und zur Wartung der Offshore-Windparks werden im Einsatz sein. Von dieser Entwicklung kann auch die Insel Helgoland profitieren. Mit ihrer Lage rund 40 Kilometer vor der deutschen Nordseeküste eignet sie sich besonders gut als Basishafen für den Betrieb und die Wartung von Offshore-Windparks.

 

1.)   Was ist auf Helgoland geplant?

Der Südhafen von Helgoland soll zur Service- und Betriebsstation für mehrere Offshore-Windparks ausgebaut werden. Dazu sollen auf der dazu ausgewiesenen Fläche von rund 10.000 Quadratmetern insgesamt drei Servicegebäude mit Werk- und Lagerhallen entstehen. An der Kaikante des Südhafens sollen darüber hinaus insgesamt zehn Bootsanlegeplätze geschaffen werden. Dafür ist die Errichtung eines zusätzlichen Landungsstegs geplant.

 

2.)   Wann sollen die Pläne umgesetzt werden?

Zeitnah werden die planungstechnischen Voraussetzungen für die Errichtung der Betriebsbasis im Südhafen geschaffen, um Planungssicherheit für die Investoren zu schaffen. Die neugegründete Hafenbetriebsgesellschaft Helgoland (HGH) koordiniert die notwendigen Maßnahmen. Die Gemeinde Helgoland hat die erforderliche Änderung des Bebauungsplans für den Südhafen bereits eingeleitet. Im Laufe dieses Jahres könnte dann der Bau der Servicestation und die Ertüchtigung des Hafens stattfinden und gegen Ende 2012 abgeschlossen sein.

 

3.)   Welche Windkraftwerke sollen von Helgoland aus versorgt werden?

Von Helgoland aus sollen in Zukunft insgesamt drei Offshore-Windparks betrieben und gewartet werden. Die Windkraftwerke liegen zwischen 25 und 35 Kilometer von Helgoland entfernt.

 

Nordsee Ost

Betreiber: RWE Innogy

Leistung: 295 Megawatt

Baustart: November 2011

Inbetriebnahme: Mitte 2013

 

Amrumbank West

Betreiber: E.ON Climate & Renewables GmbH

Leistung: ca. 300 Megawatt

Baustart: 2013

Inbetriebnahme: 2014

 

Meerwind

Betreiber: WindMW GmbH

Leistung: 288 Megawatt

Baustart: September 2012

Inbetriebnahme: Ende 2013

 

4.)   Welche Arbeiten sollen von Helgoland ausgeführt werden?

Wie Windturbinen auf dem Land, so müssen auch Windkraftanlagen zu Wasser regelmäßig gewartet werden, damit sie – wenn der Wind bläst – voll einsatzfähig sind und ein Optimum an Strom liefern können. Die Belastungen durch Wellen und Salzwasser auf die Anlagen auf hoher See sind aber deutlich höher als bei Windturbinen an Land. Der Wartungsaufwand ist deshalb größer. Standardmäßig wird eine Windkraftanlage auf See etwa ein bis zwei Tage im Jahr gewartet. Unvorhergesehene Ereignisse können weitere Wartungsarbeiten erforderlich machen. Die Betriebsdauer eines Offshore-Windparks liegt bei rund 20 Jahren. Für die geplante Betriebsbasis auf Helgoland bedeutet das, dass täglich Schiffe mit Service-Personal zu den Windparks auf See aufbrechen und nach beendeter Arbeit am Abend wieder zurückkehren. Von der Kaikante aus werden diese Schiffe mit Werkzeug und Ersatzteilen beladen und betankt.

 

5.)   Wie profitiert Helgoland davon?

Wenn die Errichtung eines Servicestützpunktes für Offshore-Windparks wie geplant umgesetzt wird, wäre Helgoland die erste Insel in der deutschen Nord- und Ostsee, die vom Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland profitieren würde. Helgoland hätte als erster Offshore-Wind-Servicestandort in Insellage Modellcharakter für viele weitere derzeit in deutschen Gewässern entwickelte Windparks. Durch die geplanten privaten und öffentlichen Investitionen in den Ausbau der Hafeninfrastruktur erschließt sich Helgoland somit einen neuen Wirtschaftszweig im Bereich der erneuerbaren Energien, der langfristig und nachhaltig ausgerichtet ist. Neben dem Imagegewinn würde Helgoland konkret von steigenden Gewerbesteuereinnahmen, neuen Arbeitsplätzen und wachsender Kaufkraft profitieren. Denn über die nächsten 20 Jahre hinweg würden auf Helgoland rund 150 Menschen für den Betrieb der Offshore-Windparks arbeiten und leben. Hinzu kämen noch weitere temporäre Arbeitsplätze bei Zulieferern, Bau- und Schifffahrtsfirmen.

 

RWE Innogy GmbH
Konrad Böcker

Pressesprecher
Externe Kommunikation
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Anmerkung zu den Bildern: RWE Innogy GmbH bzw. Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE