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60. Jahrestag der friedlichen Besetzung der Insel

„60 Jahre Europa auf Helgoland“ – Ausstellungseröffnung im Museum Helgoland am 19. Dezember 2010

60. Jahrestag der friedlichen Besetzung der Insel

Helgoland, 9. Dezember 2010 – Es war eine spektakuläre Aktion am 20. Dezember 1950, als die beiden Heidelberger Studenten Georg von Hatzfeld (†) und René Leudesdorff auf der damals britisch besetzten Insel Helgoland erstmals die Europa- sowie auch die Helgolandflagge hissten. Mit ihrer „friedlichen Invasion“ demonstrierten sie gegen weitere Bombardierungen und für die Freigabe Helgolands durch Großbritannien.

Die Insel war auch fünf Jahre nach Kriegsende noch immer Bombenziel der Royal Air Force. Getrieben von dem aufkommenden Europagedanken und dem Kampf gegen die Wiederbewaffnung der jungen Bundesrepublik, beschlossen die beiden Studenten die friedliche Besetzung.

Die Aktion, der sich Helgoländer, Ortsvertriebene und Europa-Begeisterte anschließen, erregt weltweit Aufsehen. Am 3. Januar 1951 holen britische Offiziere nach Verhandlung mit dem Sprecher der Invasoren, Hubertus Prinz zu Löwenstein, die Besetzer zurück. Mit ihnen sympathisieren Polizei, Behörden und der Landtag in Kiel.

Schon seit 1945 hatten sich Helgoländer Vereinigungen intensiv um die Freigabe bemüht. Alle Vorstöße, auch vom Kreis Pinneberg, Land Schleswig-Holstein, Bundestag und –regierung blieben in London ergebnislos. Die Invasion schaffte den Durchbruch.

In der an Meldungen armen Weihnachtszeit waren die Medien damals bereit, diese Aktion zu unterstützen und journalistisch zu begleiten; somit gelang es erstmalig, das „Helgoland-Problem“ einer großen internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der öffentliche Druck erzwingt Verhandlungen zwischen Bundeskanzler Adenauer und Hochkommissar Kirkpatrick in Bonn. Am 21. Februar 1951 beschließt der Verteidigungsausschuss des britischen Kabinetts, die Insel zum 1. März 1952 freizugeben. An diesem Tag kann Ministerpräsident Friedrich-Wilhelm Lübke Helgoland offiziell in deutsche Verwaltung übernehmen. Auf dem Festland läuten die Glocken – die Helgoländer dürfen heimkehren

Am 19. Dezember 2010 um 19 Uhr eröffnet das Museum eine Ausstellung zu diesem Thema; die Vernissage wurde musikalisch von der bekannten Violinistin Ilona Rasch umrahmt.

Am 19. Dezember wird darüber hinaus René Leudesdorff jungen Leuten der Europa-Union (Junge Europäische Föderalisten Schleswig-Holstein e.V.) diese historische Aktion näher bringen.

Mit der geschichtsträchtigen Ausstellung würdigt das Museum die beiden Studenten, wie auch die Bemühungen aller anderen Beteiligten.

 

Am Vorabend der Ernennung von Georg von Hatzfeld (posthum) und René Leudesdorff zu „verdienten Bürgern der Gemeinde Helgoland“ soll auf der Vernissage daran erinnert werden, dass die beiden mit ihrer Aktion zu unfreiwilligen Begründern des zivilen Ungehorsams in der Bundesrepublik Deutschland geworden sind.

Zu „verdienten Bürgern der Gemeinde Helgoland“ werden übrigens auch Jürgen Geuther (langjähriger 1. Vorsitzende des Fördervereins) und Erich-Nummel Krüss ernannt. Damit erfährt ihr Wirken und ihr besonderes Engagement sowie ihre Verdienste um das Museum Helgoland eine besondere Würdigung.

Das Museum Helgoland (» www.museum-helgoland.de) hat während der Weihnachtszeit wie folgt geöffnet:

26. Dezember bis 30. Dezember sowie

2. Januar bis 9. Januar jeweils von 10.00 bis 14.30 Uhr

Das gesamte Museumsteam wünscht allen Helgoländern, seinen Besuchern, Freunden und Unterstützern frohe Weihnachten und freut sich auf Ihren Besuch!

 

 

 

Text: in Anlehnung an René Leudesdorff und Jörg Andres

 

Fotos und redaktionelle Fragen bitte an Jörg Andres, Tel. 04725-811155, mobil: 0175-4157124, E-Mail: » andres‎ @ ‎ museum-helgoland.de