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Landrat und Gemeinde Helgoland vollziehen Schulterschluss

 

Gemeinde Helgoland

Der Bürgermeister

Lung Wai 28, 27498 Helgoland

Telefon: 04725/808-30, Telefax: 04725/808-33

E-Mail: f.botter@gemeinde-helgoland.de

 

Pressemitteilung

16. Januar 2009, Uhrzeit: 15.00 Uhr

 

 

Landrat und Gemeinde Helgoland vollziehen Schulterschluss

Erfolgreiche Klausursitzung auf Deutschlands einziger Hochseeinsel

 (Helgoland/Pinneberg) „Wir sind auf dem richtigen Kurs!“, erklärten Landrat Dr. Wolfgang Grimme und Bürgermeister Frank Botter nach einer zweitägigen Klausursitzung auf der zum Kreis Pinneberg gehörenden Hochseeinsel Helgoland.

Nachdem die neue Gemeindevertretung den Schulterschluss mit dem Landrat beschlossen hatte und Beratungen mit den Fachministerien in Kiel, haben sich Vertreter des Landes, des Kreises Pinneberg und die örtlichen Akteure aus Politik und Verwaltung zusammen gesetzt, um die anstehenden Probleme zu besprechen. Weiterer Hintergrund war das Ergebnis einer großen Runde im Wirtschaftsministerium kurz vor Weihnachten, in dem die Empfehlung ausgesprochen wurde, für den Bereich der Insel Helgoland einen Regionalentwicklungskonzept (REK) zu erarbeiten.

Schon die Anreise der Teilnehmer/-innen gestalte sich schwierig, weil die Flugzeuge wegen Nebel am Boden bleiben mussten. Die notwendige Anfahrt mit dem Fährschiff  „Funny Girl“ war allerdings der richtige Auftakt, um sich auf die Themen Hafenkonzept, Verkehrsanbindung und Umsetzung Tourismuskonzept einzustimmen.

In einer konstruktiven Atmosphäre, die von dem gegenseitigen Willen getragen war, nunmehr die Probleme der Insel gemeinsam anzugehen, wurde unter der Moderation von Herrn Cornelius Obier (Projekt M, Lüneburg), der bereits sehr erfolgreich die Arbeit des Tourismusforums begleitet hatte, die Themenschwerpunkte diskutiert, Maßnahmen erarbeitet und die weitere Organisation besprochen.

Für die Umsetzung des Hafenkonzeptes vereinbarten die Gemeinde und der Kreis eine enge Zusammenarbeit. Hierzu wird es sehr kurzfristige Entscheidungen geben müssen, in welcher rechtlichen Form dies geschehen soll. Hierzu erklärte der Landrat seine Bereitschaft und auch seitens der Gemeindevertretung wurde eine breite Zustimmung signalisiert.

Mit dem Bund sollen die Verhandlungen hinsichtlich der Übernahme des Binnenhafens, der Einrichtung eines Ver- und Entsorgungszentrums am Südhafen, die Ausweisung weiterer Flächen für die gewerbliche Nutzung durch Unternehmen der Windenergiebranche sowie die Möglichkeiten zur Einrichtung von zeitgemäßen Liegeplätzen für Sportboote voran getrieben werden. Dabei stehen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Vordergrund. Darüber hinaus soll eine Machbarkeitsstudie für die Nutzung der Landungsbrücke in Auftrag gehen.

Einen breiten Raum nahmen die Diskussionen zur dauerhaften Sicherstellung der Fähranbindung zum und vom Festland ein. Angesichts rückläufiger Transportkapazitäten, müssen langfristige Lösungen angedacht werden. Dies gestaltet sich insoweit schwierig, weil hierfür geeignete Schiffe nur in geringem Umfange zur Verfügung stehen. Kreis und Gemeinde vereinbarten gemeinsam weitere Schritte zu veranlassen. Um die erforderlichen öffentlichen Ausschreibungen nicht zu beeinflussen, wurde zunächst Stillschweigen zwischen den Beteiligten vereinbart.

Das Tourismuskonzept, dass am 31. Oktober 2008 durch die Gemeindevertretung beschlossen wurde, soll umgesetzt werden. Wichtig ist dabei, dass die am Wirtschaftsleben der Insel beteiligten Unternehmen sich stärker in den Bereich Marketing einbringen. Nicht nur finanziell, sondern auch aktiv in einem entsprechenden Gremium, dessen Einrichtung vorgesehen ist. Die weitere Federführung liegt in den Händen von Tourismusdirektor Klaus Furtmeier. Gleichzeitig sollen die vorhandenen Organisationsstrukturen überprüft und gestrafft werden. Hierzu bedarf es weiterer Überlegungen, deren Ergebnisse bis Ende April vorliegen sollen.

Wie schon im Dezember mit Vertretern des Landes Schleswig-Holstein vereinbart wurde, soll für die Insel Helgoland ein Regionalentwicklungsplan erarbeitet werden. Gute Vorarbeiten wurden hierzu bereits im Rahmen der informellen Planung für den neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Helgoland erbracht. Diese werden Grundlage für die weiteren Überlegungen sein. Hierbei sollen die Möglichkeiten der Entwicklung auf den vorhandenen Flächen der Hauptinsel und Düne diskutiert und festgelegt werden. Ein Baustein dabei wird auch die Betrachtung der Visionen des Herrn Weber sein, der im April 2008 vorgeschlagen hatte die Düne und Hauptinsel miteinander zu verbinden, um so 100 Hektar Fläche entstehen zu lassen. Zwingend erforderlich sind hierzu öffentliche Diskussionen mit der Bevölkerung der Insel. Dass dabei gute Ergebnisse heraus kommen, zeigen die vier Workshops, die im November 2008 durch die Gemeinde veranstaltet wurden, an denen sich eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern aktiv beteiligt hatten. Dieses Engagement wünscht man sich auch für den weiteren Denkprozess.

Zwischen Kreis Pinneberg und Gemeinde Helgoland wird es eine sehr enge Zusammenarbeit geben. Seitens der Gemeinde Helgoland wird eine erfahrene Verwaltungsmitarbeiterin zur Verfügung stehen, die als Kontakt- und Koordinierungsstelle fungieren wird. Der Kreis Pinneberg wird sich um eine Fachkraft bemühen, um eine Projektsteuerung zu ermöglichen. Dabei ist eine enge Verzahnung erforderlich. Ferner setzt die Gemeinde Helgoland eine Lenkungsgruppe ein, die aus den gewählten Vertretern/-innen des Hauptausschuss bestehen wird. Als beratendes Gremium wird ein Beirat implementiert, der mit Vertretern aus den Bereichen der Wirtschaft, der Sozialverbände und anderen gesellschaftlich relevanten Gruppen besetzt werden soll. Gleichzeitig werden die jeweils zuständigen Abteilungsleiter/-innen der Fachministerien des Landes Schleswig-Holstein eng in den weiteren Ablauf mit einbezogen.

Mit den getroffenen Vereinbarungen sollen die Weichen für eine gute Zukunft der Insel gestellt werden. Alle Beteiligten waren sich darin einig, dass die aufgezeigten Problemfelder nicht einzeln betrachtet werden können, sondern in der Gesamtheit zu lösen sind. Durch das Ergebnis der zweitätigen Konferenz scheint dies machbar, so war aus dem Kreise der Beteiligten zu vernehmen. Man darf also gespannt sein, welche Ergebnisse in den nächsten Monaten präsentiert werden.

 

V.i.S.d.P.

Bürgermeister Frank Botter