V.i.S.d.P.
Kurverwaltung Helgoland
Tourismusdirektor
Klaus Furtmeier
Lung Wai 28, 27498 Helgoland
Telefon: 04725/808-20
Telefax: 04725/813728
» tourismusdirektor @
helgoland.de
Helgoland – erstes Kegelrobbenbaby „Antje“ erblickte das Licht der Welt
Am Sonntag, 22. November 2009 gegen 15 Uhr erblickte das erste Kegelrobbenbaby „Antje“ mit der Reg-Nr. 422 auf Helgoland das Licht der Welt. Der „Seehundsjäger“ Rolf Blädel entdeckte das Tier an dem Steinstrand „Aade“ auf der der Insel vorgelagerten Badedüne.
Nur wenige Tage später als im Vorjahr (5. November 2008) fängt auf Helgoland die neue Wurfsaison an. Mit 77 neugeborenen Robben im vergangenen Jahr wurde die Zahl der Geburten (55 in 2007/2008) noch übertroffen.
Je nach Fundort – Südstrand, Nordstrand oder der „Feuerstein-Strand Aade“ – bekommt das Robbenbaby einen Namen mit den Anfangsbuchstaben des jeweiligen Fundortes.
Seit Mitte der 90er Jahre kommen die Kegelrobben – nachdem die Meeressäuger in den 80er Jahren in der Deutschen Bucht fast als ausgestorben galten – wieder regelmäßig auf die Helgoländer Düne, um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen
Das besondere an den Kegelrobbenbabys auf Helgoland ist, so Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, dass sie nicht weit weg von jeglicher Zivilisation aufwachsen, sondern direkt am weißen Strand von Helgolands Düne. "Unsere Gäste können den Tieren recht nahe kommen und sie in aller Ruhe beobachten", sagt Furtmeier. Damit die Menschen aber das Ruhebedürfnis der Kleinen nicht stören, kümmern sich seit Jahren der Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V. und u.a. der "Seehundsjäger" Rolf Blädel in vorbildlicher Weise darum, dass zum einen die vielen Interessierten die Tiere beobachten können, zum anderen aber darauf geachtet wird, dass ein entsprechender Abstand zu den Tieren eingehalten wird. Zudem wird den Gästen auch die einzigartige Möglichkeit gegeben, an Führungen teilzunehmen, um mehr über die Kegelrobben zu erfahren und sie unter fachkundiger Anleitung zu betrachten.
Patenschaften für Kegelrobben
Um die ehrenamtliche Arbeit des Vereins Jordsand e.V. (» www.jordsand.de) zu unterstützen, wurde die Idee der Patenschaft für die Helgoländer Kegelrobbenbabys ins Leben gerufen.
Nach dem guten Erfolg (knapp 100 Patenschaften) der vergangenen Wurfsaison werden auch in diesem Winter erneut Kegelrobbenpatenschaften vergeben. Mit einem einmaligen Beitrag von 50 Euro unterstützt der Pate die ehrenamtliche Arbeit des Vereins Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V., der sich – gemeinsam mit dem „Seehundsjäger“ Rolf Blädel – in vorbildlicher Weise um die Robben kümmert und so zum Schutz der Tiere beiträgt.
Die Anmeldung für eine Patenschaft (einmalig 50 Euro) erfolgt ausschließlich über Frank Gutzke, Referent und Stationsleiter des Vereins Jordsand auf Helgoland
(Tel. 04725-7787 oder Email: (» helgoland @
jordsand.de).
Es besteht zudem die Möglichkeit, sich für eine bestimmte Patenschaft (Beispiel: Nr. 36 für die 36. Geburt eines Kegelrobbenbabys) anzumelden. Die Namensvergabe erfolgt in Abhängigkeit vom Geburtsort des kleinen Keglers. Der Name von am Nordstrand geborenen Kegelrobben beginnt mit einem „N“, bei Geburten auf der Aade (Kieselstrand am Ostteil der Düne) beginnt der Name mit einem “A“.
Der Pate erhält eine Patenschafts – Urkunde. Auf Wunsch kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Spendenkonto des Vereins Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e. V. :
Kto. 90020670, Sparkasse Holstein BLZ 21552240
Wer „sein“ Patenbaby persönlich in Augenschein nehmen will, nimmt an einer kostenlosen Führung zu den Kegelrobben teil:
Vom 1. Dezember bis 15 Januar täglich außer dienstags
Treffpunkt ist jeweils um 10.10 am Anleger auf der Düne (10 Uhr Dünenfähre).
Außerdem hat die Kurverwaltung ein spezielles Pauschalangebot zu diesem Thema aufgelegt. Infos hierzu bei der Helgoland Touristik (Tel. 0180-5643737; 0,14 €/Min. aus dem Festnetz; mobil max. 0,42€/Min.) oder unter » www.helgoland.de (Bereich Arrangements).
Auch der Hamburger Reiseveranstalter „LaMar“ organisiert diesen Winter wieder vier- bis fünftägige Reisen für Gruppen, Familien und Naturfotografen sowie ganzjährig Individualreisen zum Beobachten der Helgoländer Kegelrobben – Robbenpatenschaft inklusive.
Reisetermine:
Gruppenreise: 3.-6.Dezember 2009
Familienreisen: 27.-30.Dezember 2009 und 2.-5.Januar 2010
Immer mehr kleine Kegelrobben kommen auf der Düne Helgolands zur Welt. In den ersten Lebenswochen werden die Mütter ihren Nachwuchs mit einer Milch versorgen, die einen Fettgehalt von ca. 60% hat. Dadurch nehmen die Jungen, die mit einem Gewicht von 10 bis 14 kg zur Welt kommen, 1,8 bis 2,0 kg pro Tag zu. Die Neugeborenen werden von einem sehr dichten Fell zunächst vor Kälte und Wind geschützt. Entsprechend genährt wächst dem Jungtier dann eine dicke Speckschicht, die nach drei bis vier Wochen die isolierende Funktion übernimmt.
Um die weitere Gewichtszunahme zu gewährleisten, brauchen das Jungtier und seine Mutter sehr viel Ruhe. Anfangs wird das Tier ununterbrochen von seiner Mutter bewacht und gesäugt. Nach wenigen Tagen kommt die Mutter nur noch etwa alle sechs Stunden zum Säugen. Jungtiere werden von ihren Müttern dann oft stundenlang am Strand allein gelassen. Es ist bei jedem Jungtier anzunehmen, dass die Mutter es wieder abholen wird. Dies tut sie jedoch nicht, wenn ihr Junges von Menschen umringt ist - oder womöglich angefasst wurde und nach Mensch riecht. Der Eindruck, dass ein allein am Strand liegendes Robbenjunges mutterlos ist und "dringend" menschliche Hilfe benötigen würde, ist also falsch!
Auf Helgoland kann man seit 1989 wieder regelmäßig Kegelrobben beobachten. Auf der Düne halten sich meist 30 bis 70 Tiere auf. Ende der neunziger Jahre kam es erstmals zu einer Kegelrobbengeburt auf Helgoland. Seitdem hat die Anzahl der Geburten zugenommen.
So nah wie auf Helgolands Düne kann man wild lebenden Robben wohl nirgends in Deutschland begegnen. Das hat einen Grund: Seit den 70er Jahren ist die Jagd auf Meeressäuger verboten. Mittlerweile sind Generationen herangewachsen, die den Menschen nicht mehr als Bedrohung wahrnehmen.






