Pressemeldung
V.i.S.d.P.
Klaus Furtmeier
Tourismusdirektor
Lung Wai 28
27498 Helgoland
Tel.: 04725-80820
Telefax: 04725-80828
» tourismusdirektor @
helgoland.de
www.helgoland.de
Patenschaften für die Helgoländer Kegelrobben
(Helgoland, 1. Dezember 2008) – Auf der Helgoländer Düne hat am 10. November 2008 die diesjährige Wurfsaison der Kegelrobben begonnen. Die kleine Kegelrobbenlady „Nora“ eröffnete die Geburtenserie. Allgemein wird davon ausgegangen, dass der Rekord aus dem vergangenen Jahr (56 Geburten) erneut gebrochen wird. Ab sofort werden Patenschaften für die jungen Kegler vergeben.
Das besondere an den Kegelrobbenbabys (nebenstehende Photos: Rolf Blädel) auf Helgoland ist, so Tourismusdirektor Klaus Furtmeier, dass sie nicht weit weg von jeglicher Zivilisation aufwachsen, sondern direkt am weißen Strand von Helgolands Düne. "Unsere Gäste können den Tieren recht nahe kommen und sie in aller Ruhe beobachten", sagt Furtmeier. Damit die Menschen aber das Ruhebedürfnis der Kleinen nicht stören, kümmern sich seit Jahren der Verein Jordsand zum Schutze der Seevögel und der Natur e.V. und u.a. der "Seehundsjäger" Rolf Blädel in vorbildlicher Weise darum, dass zum einen die vielen Interessierten die Tiere beobachten können, zum anderen aber darauf geachtet wird, dass ein entsprechender Abstand zu den Tieren eingehalten wird. Zudem wird den Gästen auch die einzigartige Möglichkeit gegeben, an Führungen teilzunehmen, um mehr über die Kegelrobben zu erfahren und sie unter fachkundiger Anleitung zu betrachten.
Um die ehrenamtliche Arbeit des Vereins Jordsand e.V. (» www.jordsand.de) zu unterstützen, wurde die Idee der Patenschaft für die Helgoländer Kegelrobbenbabys ins Leben gerufen.
Die Anmeldung für eine Patenschaft erfolgt ausschließlich über Frank Gutzke, Stationsleiter des Vereins Jordsand auf Helgoland (Tel. 0177-3150629 oder Mail: » helgoland @
jordsand.de).
Es besteht zudem die Möglichkeit, sich für eine bestimmte Patenschaft (Beispiel: Nr. 36 für die 36. Geburt eines Kegelrobbenbabys) anzumelden. Die Namensvergabe erfolgt in Abhängigkeit vom Geburtsort des kleinen Keglers. Der Name von am Nordstrand geborenen Kegelrobben beginnt mit einem „N“, bei Geburten auf der Aade (Kieselstrand am Ostteil der Düne) beginnt der Name mit einem “A“.
Der Pate erhält eine Urkunde mit einem Photo „seines“ Babys .
Mit einer Spende von € 50,-- werden die Schutzmassnahmen unterstützt.
Auf Wunsch kann auch eine Spendenquittung ausgestellt werden.
Wer „sein“ Patenbaby persönlich in Augenschein nehmen will, nimmt an einer kostenlosen Führung zu den Kegelrobben teil:
Bis 14. Dezember, donnerstags und samstags
Ab 16. Dezember, täglich außer montags
Treffpunkt ist jeweils um 10.10 Uhr am Anleger auf der Düne (10 Uhr Dünenfähre).
(Am 25.12. u. 26.12. und 1.1.2009 um 11:10 Uhr)
Außerdem hat die Kurverwaltung ein spezielles Pauschalangebot zu diesem Thema aufgelegt. Infos hierzu bei der Helgoland Touristik (Tel. 0180-5643737; 0,14 €/Min. aus dem Festnetz; mobil ggf. abweichend) oder unter » http://www.helgoland.de/arrangements/robbenbaby-watching.html
Immer früher kommen die kleinen Kegelrobben auf der Düne Helgolands zur Welt. In den ersten Lebenswochen werden die Mütter ihren Nachwuchs mit einer Milch versorgen, die einen Fettgehalt von ca. 60% hat. Dadurch nehmen die Jungen, die mit einem Gewicht von 10 bis 14 kg zur Welt kommen, 1,8 bis 2,0 kg pro Tag zu. Die Neugeborenen werden von einem sehr dichten Fell zunächst vor Kälte und Wind geschützt. Entsprechend genährt wächst dem Jungtier dann eine dicke Speckschicht, die nach drei bis vier Wochen die isolierende Funktion übernimmt.
Um die weitere Gewichtszunahme zu gewährleisten, brauchen das Jungtier und seine Mutter sehr viel Ruhe. Anfangs wird das Tier ununterbrochen von seiner Mutter bewacht und gesäugt. Nach wenigen Tagen kommt die Mutter nur noch etwa alle sechs Stunden zum Säugen. Jungtiere werden von ihren Müttern dann oft stundenlang am Strand allein gelassen. Es ist bei jedem Jungtier anzunehmen, dass die Mutter es wieder abholen wird. Dies tut sie jedoch nicht, wenn ihr Junges von Menschen umringt ist - oder womöglich angefasst wird. Der Eindruck, dass ein allein am Strand liegendes Robbenjunges mutterlos ist und "dringend" menschliche Hilfe benötigen würde, ist also falsch!
Auf Helgoland kann man seit 1989 wieder regelmäßig Kegelrobben beobachten. Auf der Düne halten sich meist 30 bis 70 Tiere auf. Ende der neunziger Jahre kam es erstmals zu einer Kegelrobbengeburt auf Helgoland. Seitdem hat die Anzahl der Geburten zugenommen.
So nah wie auf Helgolands Düne kann man wild lebenden Robben wohl nirgends in Deutschland begegnen. Das hat einen Grund: Seit den 70er Jahren ist die Jagd auf Meeressäuger verboten. Mittlerweile sind Generationen herangewachsen, die den Menschen nicht mehr als Bedrohung wahrnehmen.






